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Israel

Vordenkerreise 2020 nach Israel

Israels Krankenhäuser, Kostenträger und Ideenschmieden öffneten für die Vordenkerreise des Bibliomed-Verlags im Januar 2020 ihre Türen. In der Start-up-Nation macht sich eine vorausschauende Innovationspolitik ebenso bezahlt wie die konsequente Verzahnung von militärischer und ziviler Forschung. Die Krankenhäuser hingegen stecken in der Krise.

Geht nicht? Gibt's nicht!

Israel ist ein echter Hotspot für die Hightech-Branche. Kaum eine Firma von Rang und Namen lässt das kleine Land heute außen vor. Google, Samsung und Amazon gehen hier ebenso auf Einkaufstour wie McDonalds, Vimeo oder Stryker. Allein 2019 lag das Volumen für Übernahmen und öffentliche Aufkäufe bei 9,9 Milliarden US-Dollar, satte 102 Prozent mehr als im Vorjahr, rechnet PwC vor.

Viele medizinische Innovationen stammen aus Israel. Ein Beispiel ist die App "aidoc", eine AI-basierte Software, die die Vorhersagbarkeit von Krankheitsereignissen verbessert, indem aus radiologischen Befunddaten Abnormalitäten kleinsten Ausmaßes erkannt und zur Vorhersage von Schlaganfall sowie Herzinfarkt benutzt werden. Im Sheba Medical Center (Tel Aviv) benutzt Dr. Chen Hoffmann die aidoc-App zur Triage von Akutpatienten sowie zur Auswahl der optimalen Therapieform. Die Workflow-Organisation wird patientenindividuell optimiert, sodass mit gleichen Kapazitäten eine größere Zahl von Patienten in kürzerer Zeit durch die zentrale Notaufnahme gesteuert werden kann. 

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Von Big Data zur Personalisierten Medizin

Während Deutschland noch um die Einführung der elektronischen Patientenakte ringt, ist diese in Israel bereits seit einem Vierteljahrhundert etabliert. Alle vier Health Maintenance Organizations (HMOs), die Krankenversicherer, arbeiten mit einheitlichen Patientenakten – und nutzen diese bereits ausgiebig für Datenanalysen und Patientenansprache. Maccabi, die zweitgrößte HMO, kombiniert inzwischen sogar die ePA mit Daten aus den Biobanken.

Die Regierung treibt diese Entwicklung weiter voran. 2018 wurde das Projekt „Psifas“ (Mosaik) ins Leben gerufen. Damit werden die Gesundheitsdaten nahezu aller Israelis in einer zentralen Datenbank zusammengeführt. Dieser Pool, der Informationen zu Krebs, Autoimmunerkrankungen oder psychischen Störungen enthält, wird dann anonymisiert Forschern, Unternehmen und Start-ups zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellt. 

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Krankenhäuser in Israel in der Krise

Zwar zeigt das israelische Gesundheitssystem im internationalen Vergleich gute Ergebnisse. Aber: „Die allgemeine Versorgung in Israel befindet sich momentan auf dem Niveau eines Drittweltlandes“, sagt Alroi-Arloser, Geschäftsführer der Deutsch-Israelischen Außenhandelskammer in Tel Aviv.

Offiziell melden Großkrankenhäuser knapp unter 100 Prozent Auslastung. Tatsächlich sind 110 oder 120 Prozent normal, berichten Experten vor Ort. So ist auch in der Notaufnahme des Rambam Medical Center in Haifa Pragmatismus gefragt: Die Behandlungsboxen sind mit Tüchern abgetrennt, die Kapazität wurde so verdoppelt. Ein weiteres Beispiel: Das Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Jerusalem, das für die Versorgung der Palästinenser zuständig ist. Hier schickt man Patienten - soweit möglich - nach der Bestrahlung in Hotels, weil alle Betten belegt sind.

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Immer in Alarmbereitschaft

Sicherheit geht in Israel über alles. Das Rambam Medical Center in Haifa ist nur gut 50 Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt und weiß wie es ist, unter Raketenbeschuss zu arbeiten. 2006, im zweiten Libanonkrieg, gingen Dutzende in Haifa und der Umgebung des Rambam nieder. Aus dieser Erfahrung hat man gelernt. Inzwischen steht hier das größte Untergrundkrankenhaus der Welt.

Bei einem drohenden Angriff kann es binnen 72 Stunden zu einem Notfallkrankenhaus mit 2.000 Betten umgerüstet werden. Bis zu 10.000 Menschen können dort Platz finden, das Parkhaus bietet Schutz vor direkten Treffern aller heute bekannten Bomben (außer Atombomben). Seit 2017 ist auch das Command-Center (Foto), Teil dieser Welt. Hier haben die Sicherheitskräfte alles im Blick - vom Foyer bis zur Meeresbucht gegenüber, wo täglich zahlreiche Schiffe kreuzen.

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Gesundheitsversorgung in Palästina

Die palästinensische Autonomiebehörde trägt die Verantwortung für die Gesundheitsversorgung der drei Millionen Palästinenser im Westjordanland und zwei Millionen im Gazastreifen. Doch der Reformstau ist groß, das Geld fehlt an allen Enden, Fachpersonal ist knapp. Das 1952 gegründete Caritas Baby Hospital ist das einzige Kinderkrankenhaus im Westjordanland und für viele Familien mit Kindern erste und einzige Anlaufstelle. Das Haus ist massiv abhängig von Spenden, versucht inzwischen aber, unabhängiger davon zu werden. 

Auch das Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Jerusalem kämpft seit Jahren mit Problemen. Das vom Lutherischen Weltbund gemanagte Klinikum auf dem Ölberg ist auf die Behandlung von Krebs und Nierenerkrankungen spezialisiert, finanziell hangelt man sich von Monat zu Monat. Auch hier will man sich nun breiter aufstellen. In drei Jahren soll eine neue Klinik eröffnen, mit der man  auch Palästinenser ansprechen will, die über die israelische Gesundheitsversicherung versichert sind.

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Die Vordenkerreise

Die Initiative Gesundheitswirtschaft e.V., die B.Braun Stiftung und der Bibliomed-Verlag verleihen jährlich den Vordenker-Award der Gesundheitswirtschaft. Überreicht wird die Auszeichnung während der feierlichen Dinner-Gala im Rahmen des DRG-Forums und des Reha-Forums in Berlin.

Der Laureat wird Ehrengast der hochrangigen Managementreise, zu der sich bis zu 20 Führungskräfte der Gesundheitswirtschaft anmelden können. Die Reisegruppe besucht modernste Krankenhäuser im Ausland und nimmt innovative Versorgungskonzepte unter die Lupe.

Die bisherigen Vordenkerreisen führten nach China und Indien.

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