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40 Millionen Fehltage wegen Rückenleiden

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In Deutschland gingen im vergangenen Jahr 40 Millionen Fehltage alleine auf die Volkskrankheit „Rücken" zurück. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Danach ist insgesamt jeder zehnte Fehltag einer Krankschreibung einem Rückenleiden geschuldet und statistisch gesehen jeder zwölfte Erwerbstätige betroffen. Besonders häufig von Rückenbeschwerden geplagt sind laut TK erwartungsgemäß körperlich belastende Berufe wie zum Beispiel die Altenpflege.

Zudem seien die hohen Fehlzeiten der verhältnismäßig langen Erkrankungsdauer geschuldet. „Eine Krankschreibung aufgrund von Rückenbeschwerden dauert im Schnitt 17,5 Tage und damit fünf Tage länger als eine durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit", sagte Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK am gestrigen Dienstag in Berlin. Für einen mittelständischen Betrieb mit 60 Beschäftigten habe das zur Folge, dass jedes Jahr 5 Mitarbeiter zweieinhalb Wochen ausfielen. Das koste das Unternehmen im Schnitt 3 Monatsgehälter. Hinzu komme, dass Rückenbeschwerden im Laufe des Erwerbsleben deutlich zunähmen. „Die durchschnittlichen Fehlzeiten steigen bei Männern zwischen 15 und 64 Jahren um den Faktor 10 und bei Frauen um den Faktor 8,6", sagte Thomas Grobe, vom Aqua-Institut, das die Versichertendaten der Kasse für den Report ausgewertet hat.

In Anbetracht des steigenden Durchschnittsalters in den Betrieben hält die TK deshalb die Finanzierung von betrieblichem und individuellem Gesundheitsmanagement für besonders wichtig. „Hier sind die Arbeitgeber, Krankenkassen und die Betroffenen gleichermaßen gefordert. Es geht darum, Arbeit gesünder zu gestalten, aber auch um einen insgesamt gesünderen Lebensstil, der auch nach Feierabend gelebt wird", sagte TK-Chef Baas.

Darüber hinaus will die Kasse nicht nur die Prävention, sondern auch die medizinische Versorgung der Betroffenen verbessern. So sollten Patienten durch das Projektmodell „Zweitmeinung Rücken" vor einer möglichen Rücken-OP beraten werden. Klaus Rupp, Leiter des Versorgungsmanagement bei der TK, sagte: „In 80 Prozent der Fälle wurde den Patienten von der OP als Behandlungsmethode abgeraten, so dass in vielen Fällen langwierige Klinikaufenthalte vermieden werden konnten."

Insgesamt waren laut Report 2013 gut die Hälfte der bei der TK versicherten Erwerbspersonen mindestens einmal krankgeschrieben, 3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit kommt die Kasse auf ein Gesamtvolumen von 61 Millionen Fehltagen, das entspricht 14,7 Fehltagen pro Kopf und damit einem halben Tag mehr als im Jahr zuvor. Damit sei zwar der höchste Krankenstand seit 14 Jahren erreicht, dies sei aber auf eine Erkältungswelle zurückzuführen, die Anfang des Jahres grassierte. Gleichzeitig sei 2013 erstmalig seit Beginn des TK-Gesundheitsreportes im Jahr 2000 keine Zunahme der psychisch bedingten Fehlzeiten zu verzeichnen gewesen. Ein Anlass zur Entwarnung sei dies aber nicht, da vier Diagnosen aus dem Bereich psychische Störungen weiter unter den Top Ten der Hauptursachen von Krankschreibungen lägen.

Bei der TK sind 4,1 Millionen Erwerbspersonen versichert. Somit basieren die Daten des Gesundheitsreportes auf mehr als einem Siebtel der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und ALG-I-Empfänger in Deutschland.

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