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Krankenhaus Rating Report: „Duale Finanzierung ist gescheitert"

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Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat den Krankenhaus Rating Report 2014 vorgestellt. „Den Krankenhäusern geht es noch schlechter als vor 2 Jahren", sagte der Leiter des Bereichs Gesundheit beim RWI, Boris Augurzky, heute in Berlin. „Die Duale Finanzierung ist gescheitert. Wir bewegen uns auf eine reine Monistik zu." Marktaustritte würden die Lage aber stabilisieren können.

Die Autoren rechnen damit, dass unter normalen Verhältnissen, das heißt ohne Marktaustrittsbarrieren, bis 2020 etwa 13 Prozent der Häuser aus dem Markt ausscheiden werden. Den derzeitigen Investitionsstau schätzen sie auf kumuliert rund 15 Milliarden Euro. Jährlich müssten die Krankenhäuser 5,4 Milliarden Euro aufbringen, um den aktuellen Investitionsbedarf zu decken. Die Bundesländer aber stellten derzeit nur die Hälfte zur Verfügung, Kapital sei für Krankenhäuser hierzulande Mangelware.

Im Detail: 44 Prozent waren laut Report 2012 nicht investitionsfähig, 40 Prozent aller Standorte schrieben rote Zahlen, und die Umsatzrendite halbierte sich auf 1,1 Prozent. Dementsprechend hat sich das Rating verschlechtert, die Ausfallwahrscheinlichkeit deutscher Krankenhäuser als Kreditnehmer ist von 1,2 auf 1,4 Prozent erneut gestiegen. Am schlechtesten geht es den kommunalen Kliniken. So wiesen 2012 rund 28 Prozent der öffentlich-rechtlichen und 16 Prozent der freigemeinnützigen Träger eine erhöhte Insolvenzgefahr auf. Bei den Privaten war dies nur bei 3 Prozent der Fall.

Für Augurzky kann es nur eine kurzfristige Lösung sein, sich aus den GKV-Rücklagen zu bedienen. Das gesamte System könne in seiner heutigen Form nicht bestehen. Langfristig müssten die aktuellen Strukturen geändert werden. Der RWI-Experte plädiert für mehr mittelgroße Krankenhäuser mit einem fachlichen Schwerpunkt. Außerdem schlägt er einen Investitionsfonds vor. Dieser solle auf Bundesebene angesiedelt werden und sich aus Mitteln der Krankenversicherung oder aus Steuermitteln des Bundes speisen. Der Fonds könne Krankenhäusern etwa Zinsvergünstigungen bei Darlehen bieten und dauerhaft mit 300 Millionen Euro jährlich ausgestattet werden.

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