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Alfred Dänzer tritt als Chef des Uniklinikums Mannheim zurück

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Der Geschäftsführer des Universitätsklinikums Mannheim, Alfred Dänzer, hat gestern seinen Rücktritt eingereicht. Bereits im Vorfeld einer Sondersitzung des Aufsichtsrates, die anlässlich der Vorwürfe mangelnder Hygiene im OP-Bereich des Klinikums einberufen worden war, hatte Dänzer den Mannheimer Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter Kurz über seine Pläne informiert. Der Rücktritt soll zum 28. November erfolgen, Dänzer hat jedoch bereits seinen Urlaub angetreten. Beide unterrichteten am gestrigen Abend Personalausschuss und Aufsichtsrat des Klinikums über die Entscheidung.

Dänzer, der seit 2005 Geschäftsführer und seit 2009 Sprecher der Geschäftsführung des UMM war, begründete seinen Schritt mit dem fehlenden Vertrauen seiner Arbeit gegenüber. Das habe der in den vergangenen Tagen gezeigte Umgang mit klinikinternen Daten und Zahlen gezeigt. Ein belastbares Vertrauensverhältnis sei Grundlage jeder Leitungsaufgabe, er sehe das im konkreten Fall aber als nicht mehr gegeben an. Mit seinem Rücktritt wolle er Schaden vom Universitätsklinikum abwenden.

Oberbürgermeister Kurz dankte Dänzer. „Er hat jederzeit die Interessen der Universitätsmedizin Mannheim über die eigenen Interessen gestellt – so auch in diesem Fall." Das Klinikum wird bis zur Bestellung einer neuen Geschäftsführung von den Leitern der Geschäftsbereiche geführt. Seine Tätigkeit bei der deutschen Krankenhausgesellschaft, deren Präsident Alfred Dänzer seit 2012 ist, habe damit nichts zu tun, betonte er gegenüber BibliomedManager.

Kurz kündigte bei einer Pressekonferenz heute Mittag eine umfassende Aufarbeitung der Vorwürfe einer mangelnden Hygiene im OP-Bereich des UMM an. Der Aufsichtsrat setze eine unabhängige Kommission ein, die alle Hinweise verfolgen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Verbesserung der Abläufe vorschlagen werde. An der Kommission sollen auch externe Experten beteiligt sein. Bei der Aufbereitung von OP-Instrumenten kündigte der Oberbürgermeister organisatorische Veränderungen an: Die Leitung der Zentralen Sterilgutversorgung soll künftig unmittelbar im Zuständigkeitsbereich der Geschäftsführung angesiedelt werden.

Der Abgang Dänzers markiert den Schlusspunkt einer Reihe von Negativmeldungen aus dem Universitätsklinikum in den vergangenen Wochen. So hatte der Spiegel im September im Zusammenhang mit Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen drei Chefärzte des Klinikums wegen Untreue und Betrugs auch das Management des Klinikums kritisiert und ihm Misswirtschaft vorgeworfen. Größere Kreise zog letzte Woche die Berichterstattung über die offenbar fehlerhafte Aufbereitung von OP-Instrumenten. Die entsprechenden Geräte wurden außer Betrieb genommen und die Zahl der Operationen eingeschränkt. Als zu Beginn dieser Woche neuerliche Anschuldigungen gegen die Klinikleitung bekannt wurden, wonach die Hygienemängel schon länger bekannt gewesen sein, rief der Oberbürgermeister für Mittwochvormittag die Sondersitzung des Aufsichtsrats ein.

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