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Baum: Kliniken sind keine Kostentreiber

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Die Krankenhäuser sind entgegen Behauptungen des GKV-Spitzenverbands keine Kostentreiber. Das unterstrich der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, auf dem 15. Nationalen DRG-Forum. Denn im Vergleich zu anderen Leistungsbereichen stiegen die Ausgaben im stationären Sektor unterdurchschnittlich. „Wir sind keine Zusatzbeitragsverursacher", so Baum, der auf Überschüsse der gesetzlichen Krankenversicherungen in Höhe von 14,5 Milliarden Euro verwies. Gemessen daran seien die Zusatzkosten für Kliniken „ein minimaler Betrag". „Die Kassen klagen, dass Medizin gefährlich wäre, weil zu wenig Personal vorhanden ist. Aber an den Mehrkosten wollen sie sich nicht beteiligen", klagte Baum.

Die Tarifausgleichsraten sollten seiner Meinung nach künftig länderbezogen berechnet werden beziehungsweise auf Landesbasisfallwerten basieren. „Verdi fordert sechs Prozent Tariferhöhung, da muss die TVÖD Anpassungsrate verhandelt werden". Das, was zur Verfügung stehe, und das, was gebraucht werde, passe nicht zusammen. In Baden-Württemberg etwa stünden nur  1,41 Prozent, in Bremen 0,85 Prozent Preiszuwachs zu Buche. „Das reicht nicht aus, wenn Tarife steigen", so Baum.

Zur Debatte über den Fixkostendegressionsabschlag kommentierte Baum, dass alle Leistungen, die Kliniken erbringen, nicht mengenanfällig seien, sondern medizinisch notwendig. Von dem von INeK-Chef Frank Heimig vorgestellten Modell zur besseren Abbildung von Sachkosten im DRG-System zeigte sich Baum „nicht ganz überzeugt". Heimig nehme den  Bundesbasisfallwert zum Maßstab, dieser sei aber nicht mehr als eine „mittlere Leitspur". Besser wäre es, einen solchen Ansatz mit der unteren Konvergenzgrenze zu beginnen. Insgesamt rechnet Baum mit einer Milliarde Euro, die bezüglich einer veränderten Abbildung von Sachkosten im DRG-System umverteilt werden kann. Um einzelnen Häusern nicht plötzlich die Erlöse zu reduzieren, fordert Baum eine Konvergenzphase bei Einführung.

Bei Heimigs Vorschlägen zur besseren Repräsentativität der Kalkulationshäuser müsse beachtet werden, dass die Stichprobe am Ende nicht mit zu vielen großen Mengenerbringern überfrachtet werde und kleine Häuser nicht mehr ausreichend abgebildet würden. Baum betonte zudem: „Niemand kann gezwungen werden, Kalkulationshaus zu werden."

Bezüglich der Pflegeexpertenkommission und der Frage, wie Pflege im DRG-System besser abgebildet werden kann, betonte Baum, dass nur eine Abbildung allein nicht ausreiche, sondern auch Geld für eine verbesserte Vorhaltung zur Verfügung gestellt werden muss. „Mit dem Jonglieren von Bewertungsrelationen allein ist das Problem nicht gelöst."

Die Weiterentwicklung des Psych-Entgeltsystems unterstütze die DKG. Baum plädierte dabei für  eine „Light-Version" des Entgeltkatalogs.

Autor

 Florian Albert

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