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Neuer InEK-Vorschlag für Kalkulationshäuser

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as Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hat auf dem Nationalen DRG-Forum in Berlin seine von vielen Krankenhausleitern mit Spannung erwarteten Vorschläge für eine neue Kalkulation der Sachkosten in den Fallpauschalen (DRG) präsentiert sowie die vom Gesetzgeber vorgegebene Verbesserung der Kalkulationskrankenhäuser. Hintergrund der Neuregelung der Sachkosten sei die Beseitigung der Hebelwirkung im DRG-System und eine beabsichtigte Umverteilung von den Sachkosten hin zu anderen Kostenarten etwa für Personal und Infrastruktur, erklärte InEK-Geschäftsführer Frank Heimig in einem unterhaltsamen Vortrag, der teilweise zu hohem Amüsement der zuhörenden Krankenhausleitungen führte.

Im Kern sollen die Sachkosten künftig nicht mehr als Teil der Gesamt-DRG durch den Landesbasisfallwert dividiert werden, um die Relativgewichte zu ermitteln, sondern getrennt durch den Bundesbasisfallwert. Daraus ergebe sich ein „Shift von den Sachkosten weg hin zu Personalkosten", erklärte Heimig. Es handele sich dabei zwar um ein Nullsummenspiel in ganz Deutschland. Es ergebe sich aber eine Umverteilung weg von den Krankenhäusern, die bestimmte sachkostenintensive Leistungen erbringen, etwa die Implementierung von minimalinvasiven Herzklappen. Unterm Strich werde wohl ein Viertel der Kliniken verlieren, drei Viertel gewännen oder hätten am Ende eine unveränderte Ertragssituation.

Heimig sagte, er hoffe, dass das neue Verfahren zur Festlegung von möglichst repräsentativen Krankenhäusern zur Kalkulation der DRG nicht zu Auseinandersetzungen vor der Bundesschiedsstelle führen werden. Er könne aber nicht versprechen, dass dies nicht passiere. Der Gesetzgeber hatte im Krankenhausstärkungsgesetz verlangt, dass bei der InEK-Kalkulation die Repräsentativität der Kalkulationskliniken besser werde. Insbesondere wird seit längerem ein unterdurchschnittlich hoher Anteil der Häuser in privater Trägerschaft kritisiert. Heimig ging darauf ein und sagte, durch die Aufnahme von fünf freigemeinnützigen und 79 privaten Krankenhäusern könne die Repräsentativität bezüglich des Anteils der drei Trägergruppen öffentlich, freigemeinnützig und privat erreicht werden. Um auch Repräsentativität bei der Fallzahl herzustellen, müssten 30 freigemeinnützige und 119 private Häuser aufgenommen werden.

Das InEK will sich darauf beschränken, die Stichprobe zu vergrößern. „Dies soll durch eine Auswahl von Häusern nach einer klaren Systematik passieren", sagte Heimig. Deshalb wolle er jede DRG daraufhin überprüfen, ob dort die Hauptleistungserbringer unterpräsentiert seien. Der InEK-Geschäftsführer schlug folgende Schritte vor: Erstens solle festgestellt werden, welche Krankenhäuser eine Leistung erbringen. Dann sollten diese nach ihrem Anteil an den Gesamtfällen aufgereiht werden. Daraus könne dann die Repräsentativität abgeleitet werden. Finden sich beispielsweise unter den zehn Häusern mit den meisten Fällen einer Leistung weniger als zehn Prozent der Kalkulationskrankenhäuser, dann müssten Häuser verpflichtet werden, bei der Kalkulation mitzuwirken. Bei der Auswahl solle berücksichtigt werden, dass auch die unterschiedlichen Träger angemessen präsentiert seien. Im Zweifel solle das Los entscheiden.

Heimig zufolge sind nur 280 DRG problematisch. 76 Prozent der Fallpauschalen kann das InEK laut seinen Daten und der vorgestellten Systematik bereits heute repräsentativ kalkulieren. Zur vollständigen Nachvollziehbarkeit des Verfahrens sprach sich Heimig für eine Veröffentlichung und eine transparente Dokumentation aus. „Wir müssen nicht hunderte von Häusern in die Kalkulation nehmen", sagte er weiter.

Keine neuen Aussagen traf er zum neuen Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik. Scherzhaft schlug er als neuen Namen vor: „Leitlinienorientiertes Vergütungs- und Entgeltsystem", Abkürzung: LOVE. Er schloss mit der ironischen Bemerkung: „Make Love, not PEPP!"

Autor

Dr. Stephan Balling

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