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Notfallversorgung: Kritik an Vorschlägen der KBV

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In der Diskussion um vermeidbare stationäre Notaufnahmen hagelt es Kritik an den Vorschlägen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Das IGES-Institut hatte jüngst in einem Gutachten darauf hingewiesen, dass die Notaufnahmen in Krankenhäusern immer häufiger beansprucht würden und das vor allem zu Sprechstundenzeiten. Demnach liege das Kostenvolumen der vermeidbaren Notaufnahmen in Kliniken bei knapp fünf Milliarden Euro.

Dazu sagte Hilde Mattheis, die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, das IGES-Gutachten belege nur die Richtigkeit der jüngsten Krankenhausreform. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) behielten den Sicherstellungsauftrag für die Notfallversorgung, müssten nun aber mit Portalpraxen oder Klinikambulanzen zusammenarbeiten. Eine von Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Notfallversorgung (Zi), geforderte Neuorientierung der Bedarfsplanung wies Mattheis zurück.

Thomas Lipp, Hartmannbund-Vorstandmitglied , mahnte zur Besonnenheit: „Trotz hohen Kostendrucks im Gesundheitssystem sollten wir Ärzte in der Diskussion jetzt sachlich agieren und uns vor allem nicht auseinander dividieren lassen", so der Leipziger Allgemeinmediziner und Vorsitzende des Hartmannbund-Landesverbandes Sachsen zu den Äußerungen von KBV und Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG). Wertvolle Ressourcen würden teilweise missbraucht, wenn Patienten – oft unnötig und aus Unwissenheit – ungesteuert den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder die Notaufnahmen in den Kliniken in Anspruch nehmen.

„Statt Sand in die Augen der politisch Verantwortlichen zu streuen und die Steuerungsfunktion für sich zu beanspruchen, sollten die KVen erst mal ihre eigenen strukturellen Defizite ausräumen", sagte Ingo Morell, stellvertretender Vorsitzender des Katholischen Krankenhausverbands Deutschlands (KKVD). „Die jüngsten Zahlenspiele des Zi schaden den Patienten eher, als dass sie nutzen, und nähren den Verdacht, dass hier undifferenziert Stimmung gegen die Krankenhäuser gemacht werden soll. Zudem ist es höchst fraglich, wie die kassenärztlichen Vereinigungen ihrem Sicherstellungsauftrag in der ambulanten Notfallversorgung gerecht werden wollen, wenn sie die komplette Steuerung der Notfallversorgung für sich beanspruchen."

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