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Laumann sieht Probleme bei Krankenkassen

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Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), verlangt von den Krankenkassen eine bessere Betreuung ihrer Versicherten. Anlass ist ein Gutachten des Iges-Instituts zur Patientenzufriedenheit. „Die Studie macht deutlich, dass viele Bürger über das Thema Patientenrechte gut informiert sind. Ich hatte mit diesen relativ hohen Zahlen nicht gerechnet", sagte Laumann am Mittwochnachmittag auf einer Pressekonferenz in Berlin. Die Patienten seien der Auswertung zufolge mit der ärztlichen Behandlung und der Kommunikation der Mediziner zufrieden. „Nacharbeiten" müssten die Ärzte aber, wenn es darum gehe Behandlungsfehler aufzuzeigen und einzugestehen. „Da müssen wir mit der Ärzteschaft in den nächsten Wochen in aller Ruhe reden", kündigte Laumann an.

So könnten Ärzte und Krankenhäuser beispielsweise „etwas kooperativer" sein bei der Herausgabe von Krankenakten. "Das ist gesetzlicher Anspruch", stellte der Patientenbeauftragte klar und ergänzte: „Man kann viel vertrauen gewinnen, indem man transparent ist." Laumann berichtete über eine hohe Zahl von Beschwerden, die bei ihm im Büro ankämen, weil Einrichtungen die Akten nicht herausgäben. Unterm Strich falle das Urteil der Patienten der Studie zufolge für Ärzte und Krankenhäuser jedoch überraschend gut aus.

„Etwas schlechter kommen die Krankenkassen weg", sagte Laumann. „Da, wo sie steuern können, machen sie es nicht." So sei zu wenig bekannt, wo Patienten beispielsweise Hilfsmittel beantragen könnten. Laumann verwies darauf, dass der Bundestag gerade an dem Gesetz zur besseren Versorgung mit Hilfsmitteln arbeite. Des weiteren werde es Anfang nächsten Jahres ein weiteres Gutachten geben zum Thema Versorgungsqualität durch die Krankenkassen, kündigte Laumann an. „Dann lässt sich beurteilen, ob das Gesetz ausreicht oder ausgeweitet werden muss." Dieses Thema sei sein persönliches Anliegen. "Ich bin dahinter her, weil ich glaube, dass es dem deutschen Gesundheitssystem an einem mangelt, nämlich an Vertrauen. Und Vertrauen lässt sich herstellen durch Transparenz."

So müssten die Kassen die Patienten besser bei Behandlungsfehlern unterstützen. Laumann verwies auf die Quote von Genehmigungen, die erst nach einem Widerspruchsverfahren erteilt worden seien. Außerdem müsse transparent sein, wie viel die Versicherten bei Hilfsmitteln zuzahlen müssen. „Die Krankenkassen sollen nicht nur im Wettbewerb um den günstigsten Zusatzbeitrag stehen, sondern auch um Versorgungsqualität."

Autor

Dr. Stephan Balling

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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