250
Passwort vergessen

Prüfverfahren wegen Abrechnungsmanipulationen gegen Barmer GEK

  • News des Tages

Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat gegen die Barmer GEK ein Prüfverfahren wegen nachträglicher Abrechnungsänderungen eingeleitet. BVA-Sprecher Tobias Schmidt bestätigte gegenüber BibliomedManager entsprechende Berichte der „Berliner Zeitung" und „Bild". Demnach habe das Amt im Zuge des Prüfverfahrens zudem um Stellungnahme zu Unterlagen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gebeten, die die Bild-Zeitung dem Amt übergeben hatte und welche unter anderem Rechnungen der KV an die Barmer für „technische Dienstleistungen" enthalten.

Barmer GEK-Sprecher Athanasios Drougias bestätigte auf Nachfrage von BibliomedManager, dass die Kasse in Zusammenarbeit mit der KV Berlin Abrechnungen nachträglich korrigierte und dabei auch Diagnosen von Patienten geändert hat. Dabei sei es darum gegangen, „Auffälligkeiten" in der vertragsärztlichen Abrechnung nachzugehen.

Zum Hintergrund erklärte Drougias gegenüber BibliomedManager: „Wenn beispielsweise ein Patient laut Kodierung in einem Quartal Diabetes hat, im nächsten Quartal nicht und im übernächsten wieder, dann wird er wohl auch im dazwischenliegenden Quartal Diabetes gehabt haben, da es sich um eine chronische, unheilbare Krankheit handelt." Laut Drougias hat die Barmer die KV Berlin für diese Änderungen auch entlohnt. „Die Boulevardzeitungen skandalisieren eine vollkommen normale und legitime Zusammenarbeit", so Drougias.

Das Prüfverfahren erhält seine Brisanz durch die aktuelle Debatte um die Zukunft des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA). Dem ging eine vielbeachtete Aussage des Chefs der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, voraus, wonach die Kassen im Wettbewerb um Mittel aus dem Morbi-RSA Ärzte dafür bezahlten, Patienten auf dem Papier kränker zu machen, als diese tatsächlich sind. Dies verursacht laut der TK Schäden für das deutsche Gesundheitssystem in Höhe von schätzungsweise einer Milliarde Euro.

Im Streit um den Risikostrukturausgleich hatte zuletzt der Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) die Einführung von Ambulanten Kodierrichtlinien (AKR) gefordert. Als Sofortmaßnahme sollen sie die aktuellen Manipulationsvorwürfe um das sogenannte Upcoding von Diagnosen im ambulanten Sektor entkräften. Die im aktuellen Fall genannte KV Berlin hat auf diese Forderung mit scharfer Kritik reagiert und behauptet: „Was die Verträge der KV Berlin mit den Krankenkassen betrifft, müssen wir Transparenz nicht scheuen. Alle Verträge sind seit jeher öffentlich im Internet der KV Berlin zugängig." Welcher der bestehenden und veröffentlichten Verträge mit der Barmer GEK nachträgliche Korrekturen zu Ungunsten der Kasse vorsehen, ist allerdings unklar.

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Kostenloser Newsletter

Abonnieren Sie unseren kostenlosen täglichen Klinik-Newsletter und erhalten Sie alle News bequem per E-Mail.

* Durch Angabe meiner E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Anmelden“ erkläre ich mich damit einverstanden, dass der Bibliomed-Verlag mir regelmäßig News aus der Gesundheitswirtschaft zusendet. Dieser Newsletter kann werbliche Informationen beinhalten. Die E-Mail-Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben. Meine Einwilligung kann ich jederzeit per Mail an info@bibliomed.de gegenüber dem Bibliomed-Verlag widerrufen. 

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich