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Jede dritte Bandscheiben-OP nicht leitlinienkonform

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Männlich, mittlere Altersgruppe, im Beruf stehend: Wer zu dieser Zielgruppe gehört, wird sich bei einem Bandscheibenvorfall eher einer Operation unterziehen, als konservative Behandlungsmethoden auszuschöpfen. Und damit zugleich häufiger entgegen den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie handeln, wie eine Studie am Hamburg Center for Health Economics (HCHE) Universität Hamburg ergab. Demnach werde bei jedem dritten Bandschreiben-Patienten vorschnell operiert. Dahinter stünden vor allem die wirtschaftlichen Interessen der Krankenhäuser, so die Autoren der Studie.

Die HCHE-Studie untersuchte, ob vor Bandscheiben-Operationen, die kein Notfall waren, die vorhandenen konservativen Behandlungsmethoden ausgeschöpft wurden. Den Studienergebnissen zufolge wurden bei einem Drittel der Befragten konservative Therapien nicht konsequent verfolgt und operiert, obwohl Patienten alternative Möglichkeiten angesprochen hatten. Demgegenüber wurden Patienten, die sich vor dem Eingriff eine Zweitmeinung einholten, häufiger konservativ behandelt. Diejenigen, bei denen letztlich operiert wurde, hielten diese Behandlungsform anschließend für die bessere Möglichkeit, ihre Schmerzen zu beheben.

Frühere Studien hätten jedoch gezeigt, dass konservative Methoden vergleichbare Ergebnisse bei deutlich geringeren Kosten erzielten. Die Forscher befragten nach eigenen Angaben mehr als 6.000 Versicherte der Barmer GEK, die 2014 und 2015 an der Bandscheibe operiert wurden. Die Rücklaufquote betrug 47 Prozent.

 

 

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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