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Positives Jahresergebnis

Charité macht Gewinn und geht auf Konfrontation zur KV und zu Verdi

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Zum sechstem Mal in Folge weist die Charité ein positives Jahresergebnis aus. Auf der Bilanzpressekonferenz am gestrigen Dienstagnachmittag teilte die Führung um den Vorstandsvorsitzenden Karl Max Einhäupl mit, dass die Berliner Uniklinik das Jahr 2016 mit einem Gewinn von 3,8 Millionen Euro abgeschlossen habe. Dies sei unter „schwierigen Bedingungen“ gelungen, sagte Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Vorsitzender des Charité-Aufsichtsrats.

Wie Deutschlands größtes Krankenhaus weiter mitteilte, betrug der Umsatz 1,4 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro 2015. Die Erlöse aus den DRG-Fallpauschalen stiegen von 672,3 auf 712,7 Millionen Euro, wozu das Fallwachstum 18,4 Millionen Euro und der Preisanstieg 22,1 Millionen Euro beitrug. Der Casemix-Index sank 2016 leicht um 1,3 Prozent bei einem Wachstum der vollstationären Fälle um 3,1 Prozent auf 139.433.  

Besonders die hohe Zahl ambulanter Fälle bereitet der Charité Sorgen. Die Forderung der Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV Berlin), Patienten wegzuschicken, die aus ärztlicher Sicht kein Notfall sind, wies Vorstandschef Einhäupl zurück. „Ich möchte nicht wissen, was das in Berlin bedeuten würde“, sagte er auf Frage des BibliomedManager. Der Ärztliche Direktor Ulrich Frei sprach in punkto Portalpraxen in Berlin von einer „Mogelpackung“ der KV. Mit Ausnahme des Unfallkrankenhauses Berlin (UKB) verlange die KV Berlin, dass Krankenhausärzte den Dienst in den Notdienstpraxen außerhalb der üblichen Sprechzeiten übernähmen.

Dies führe am Ende zu einer schlechteren Vergütung. „Daran haben wir uns nicht beteiligt“, sagte Frei und verwies darauf, dass die KV mit keinem der großen Träger in Berlin – weder Vivantes noch der Charité – einen Vertrag über eine Protalpraxis abgeschlossen habe. Bürgermeister Müller machte deutlich, dass das Problem der überfüllten Krankenhausambulanzen noch keine Chefsache ist. „Ich bin nicht Gesundheitssenator und kann dazu nichts sagen“, antwortete er auf die Frage des BibliomedManager nach seiner Einschätzung zu der schwierigen Lage.

Die Charité wies auch Kritik der Gewerkschaft Verdi aus der vergangenen Woche zurück, sie halte sich nicht an den Tarifvertrag zur Personalbemessung. Unterm Strich habe es einen deutlichen Personalaufbau gegeben, sagte Frei. Die Zahl der Pflege-Vollzeitstellen an der Charité sei um 210 gestiegen, im Gegenzug seien lediglich knapp 50 Leasingkräfte abgebaut worden. Der Tarifvertrag schreibe auch nicht vor, dass immer eine bestimmte Mindestzahl von Pflegekräften auf den Stationen arbeiten müsse, sondern gebe lediglich Mittelwerte vor. 

Autor

Dr. Stephan Balling

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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