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Debatte um Personalmindeststandards

Asklepios kritisiert Klinikfinanzierung

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In die Debatte über die Personalausstattung von Krankenhäusern hat sich der private Krankenhausbetreiber Asklepios mit mehr als 150 medizinischen Einrichtungen in Deutschland eingeschaltet. „Die Situation der Krankenhausfinanzierung ist in Deutschland im Vergleich mit anderen Industrienationen gänzlich unbefriedigend“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Dienstag. Weder die Finanzierung der Investitionsmittel durch die zuständigen Bundesländer noch die Fallpauschalen zur Deckung der Kosten des laufenden Betriebs durch die Krankenkassen seien ausreichend, die Fallkostenpauschalen sei „eine der niedrigsten überhaupt“.

Das führe zu „einer im internationalen Vergleich hohen Arbeitsverdichtung für die Mitarbeiter der Kliniken“. Obwohl etwa Frankreich wesentlich weniger Krankenhausfälle pro Mitarbeiter aufweise als Deutschland, betrage die Fallvergütung hierzulande nur etwa die Hälfte derjenigen in Frankreich. „Diese unfreiwillige, hohe Produktivität ist die wesentliche Ursache für die trägerunabhängige Arbeitsverdichtung in deutschen Kliniken.“ Pauschale Forderungen nach mehr Personal in deutschen Krankenhäusern lassen sich aber aus Sicht von Asklepios nicht einfach erfüllen. „Forderungen nach mehr Personal in den Kliniken (Definition von Personaluntergrenzen) sind sicherlich an manchen Orten nachvollziehbar, jedoch verschärft dies die genannte schwierige Finanzierungssituation ungleich stärker“, erklärt der Klinikkonzern.

Verstärkt würde das Problem durch den Fachkräftemangel. Asklepios verweist auf 10.000 nicht besetzte Stellen in deutschen Kliniken. „Ebenso ignoriert der Wunsch nach Flächentarifverträgen bundesweit völlig die erheblichen Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kliniken und würde bei einer Umsetzung viele Kliniken, oftmals solche in ländlichen Regionen, an den Rand der Existenzfähigkeit treiben. An vielen Orten würde ein solches Szenario zudem die Investitionsfähigkeit, immerhin ein Garant für qualitativ hochwertige Medizin und Standortsicherung, praktisch aufheben“, heißt es in der Mitteilung weiter.

 Asklepios kritisiert in diesem Zusammenhang zudem eine Ungleichbehandlung der Trägerarten. Kommunale Kliniken würden nahezu flächendeckend durch steuerfinanzierte Defizitausgleiche subventioniert, was privaten Trägern nicht zugänglich sei. Dies habe der Bundesverband Deutscher Privatkliniken (BDPK) mehrfach öffentlich thematisiert.

Autor

Dr. Stephan Balling

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