250
Passwort vergessen

Sachverständigenrat für Wirtschaft

Schmidt: Gesundheitsausgaben größte Herausforderung

  • News des Tages

Der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen und RWI-Präsident Christoph M. Schmidt hält die Gesundheitspolitik für den wichtigsten Faktor bei der Bewältigung des demografischen Wandels. Diese hätten den „größten Einfluss“ auf die Entwicklung der Sozialausgaben, sagte Schmidt am Dienstagvormittag anlässlich der Präsentation des Gutachtens „Steuer- und Abgabenlast in Deutschland“, welches das RWI im Auftrag der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung erstellt hat. Entscheidend für nachhaltige Staatsfinanzen sei die Frage, ob wie bisher der höchste Block der Gesundheitsausgaben in den letzten Lebensjahren anfalle, oder ob in einer älter werdenden Gesellschaft ab einem bestimmten Lebensjahr dauerhaft höhere Ausgaben anfielen, erklärte Schmidt.

Als zentrale politische Handlungsaufgaben nannte Schmidt gesundheitspolitische Reformen für mehr Effizienz. Darin sieht der Ökonomie-Professor eine wesentliche Voraussetzung, um die hohe Belastung der Bürger mit Beiträgen zur Sozialversicherung zu reduzieren. Diese Beiträge belasten der Studie zufolge Arbeitnehmerhaushalte mit einem Einkommen von jährlich bis zu 70.000 Euro stärker als die Einkommensteuer. Erst ab höheren Einkommen zahlen Arbeitnehmer mehr Steuern als Abgaben. Im Fachmagazin „f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus“ war dies bereits Ende 2014 Thema.

Die FDP will in den Mittelpunkt ihrer Politik trotz der höheren Belastung mittlerer und geringeren Einkommen mit Sozialabgaben Steuersenkungen rücken, machte Vorstandsmitglied Hermann Otto Solms deutlich. Zentrale Forderung der Partei sei ein Abbau der sogenannten kalten Progression. Diese entsteht bei im Zeitablauf zunehmenden Löhnen aber konstantem Verlauf des progressiven Einkommensteuerverlaufs.

 

Laut einer am Mittwoch ebenfalls veröffentlichten Studie der Industrieländerorganisation OECD ist die Belastung von Arbeitseinkommen mit Steuern und Abgaben in Deutschland im Jahr 2016 um 0,05 Prozent gestiegen. Damit steht die Bundesrepublik im Gegensatz zum Durchschnitt der OECD-Länder, wo sie um 0,07 Prozent sank. Nach Belgien ist die Belastung eines Single ohne Kinder mit einem Durchschnittsgehalt in Deutschland mit 49,4 Prozent am höchsten.

 

Autor

Dr. Stephan Balling

Zur Übersicht

Klinik-Newsletter abonnieren

Die wichtigsten News aus Krankenhäusern und der Gesundheitswirtschaft direkt in Ihr Postfach - täglich und kostenfrei!
Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich