250
Passwort vergessen

Generalistik

Scharfenberg fordert Anhörung zu Pflegeberufegesetz

  • News des Tages

Die grüne Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg fordert eine erneute Expertenanhörung im Bundestag zur Reform der Ausbildung in den Pflegeberufen. Gegenüber BibliomedManager sagte sie: „Für die bündnisgrüne Fraktion ist völlig klar, dass wir natürlich nochmal eine Anhörung im Gesundheitsausschuss brauchen.“ Der Kompromiss der Koalition werfe viele neue Fragen auf und werde den Entwurf des Pflegeberufereformgesetzes grundlegend verändern. „Dazu müssen die Fachleute aus der Wissenschaft und den Verbänden Stellung nehmen können. Unklar ist beispielsweise, wie die inhaltliche und praktische Abgrenzung des vorgesehenen generalistischen Ausbildungszweiges und der Alten- und Kinderkrankenpflege-Ausbildung genau aussehen soll“, so Scharfenberg.

Die Große Koalition hatte Anfang April einen Kompromiss zur Reform der Pflegeausbildung präsentiert. Details für die nötigen Änderungsanträge um den Gesetzgebungsprozess im Bundestag voranzutreiben, liegen aber noch nicht vor. Die federführenden Ministerien für Gesundheit (BMG) und Familie (BMFSFJ) konnten den Fraktionen offenkundig noch keine Formulierungshilfen zur Verfügung stellen, sondern sich lediglich auf eine sogenannte „Roadmap“ einigen, die BibliomedManager vorliegt.

Demnach soll es künftig die Berufsbezeichnung Pflegefachfrau /-mann mit Vertiefungsfach geben für Absolventen der generalistischen Ausbildung. Darüber hinaus bleiben die Berufsbezeichnungen Gesundheits- und Kinderkranken- sowie Altenpfleger/-in erhalten. Lediglich der Abschluss Gesundheits- und Krankenpflege soll verschwinden und voll in der Generalistik aufgehen. Im 20. Ausibldungsmonat sollen sich die Pflegeschüler künftig entscheiden, welchen Abschluss sie im dritten Ausbildungsjahr anstreben.

BMG und BMFSFJ planen des weiteren zwei Überprüfungsaufträge im Gesetz. So soll es wie im Koalitionskompromiss vorgesehen nach sechs Jahren eine Überprüfung geben, ob mehr als 50 Prozent der wahlberechtigten Auszubildenden sich für einen generalistischen Abschluss entschieden haben. In diesem Fall sollen Alten- und Kinderkrankenpflege als eigenständige Ausbildungszweige entfallen. Die Überprüfung solle sich zweitens auch auf die Finanzierungsregelungen erstrecken, „insbesondere bezüglich der gemeinsamen Finanzierung auch getrennter Abschlüsse“. Hier könnten verfassungsrechtliche Probleme auftreten, da der Kompromiss der Koalition nicht trennt zwischen Zuständigkeiten der Länder bei der Finanzierung der Pflegeausbildungszweige und denen des Bundes und der Krankenkassen.

Verfassungsrechtliche Probleme drohen auch bei der geplanten bundeseinheitlichen Pflegeassistenzausbildung. Auf Nachfrage von Bibliomed-Pflege sagte der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), dazu am Dienstagvormittag bei einer Pressekonferenz: „Die Kompetenzen sind klar: die Länder regeln alles unterhalb der examinierten Fachkräfte.“ Laumann zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Bescheinigung einer Assistenzfähigkeit nach zwei Jahren im Rahmen der künftigen Ausbildung nicht mit den bisher in den Ländern geregelten Assistenz- und Pflegeausbildungen kollidieren werde.

Autor

Dr. Stephan Balling

Zur Übersicht

Klinik-Newsletter abonnieren

Die wichtigsten News aus Krankenhäusern und der Gesundheitswirtschaft direkt in Ihr Postfach - täglich und kostenfrei!
Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich