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24. Deutscher Controller Tag

Debatte über IT-Sicherheit im Krankenhaus und Rolle des G-BA

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Die Frage der Sicherheit von Computersystemen und Netzwerken stand am Donnerstagvormittag neben der Frage der Finanzierung des stationären Sektors im Fokus des 24. Deutschen Krankenhaus-Controller-Tags in Potsdam. Nicolas Krähmer, Geschäftsführer des Lukas-Krankenhauses  in Neuss, berichtete über die Cyberattacke auf seine Klinik im Februar des vergangenen Jahres. Als Fazit riet er dazu, auf exzellentes IT-Personal zu setzen, um Daten und Systeme in den Kliniken zu schützen. „Investieren Sie lieber 100.000 Euro in jemanden, der Ihre Firewall sicher machen kann, als 10.000 Euro in eine weitere Firewall", riet er den anwesenden Krankenhauscontrollern. „Der Faktor Mensch ist entscheidend", stellte Krähmer klar.

Das findet offenbar auch Zustimmung bei den Kassen. In seinem anschließenden Vortrag bedankte sich Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorsitzender des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV), für Krähmers Vortrag und sagte, dass sich der Aufbau der Gematik und die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) auch deshalb verzögert habe, weil Sicherheitsbedenken ausgeräumt hätten werden müssen. Stackelberg weiter: „Wir sind guter Hoffnung, dass wir in den nächsten zwölf Monaten vorankommen werden."

Stackelberg kritisierte in seinem Vortrag den Gesetzentwurf für Personaluntergrenzen in den Krankenhäusern. Dem Vorhaben der Bundesregierung zufolge sollen sich Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und GKV-SV in bilateralen Gesprächen bis Mitte nächsten Jahres auf Leistungsbereiche und Daten für Personaluntergrenzen einigen. Das Bundesgesundheitsministerium wirkt an den Gesprächen mit. Sollte es zu keiner Einigung kommen, behält sich das BMG vor, eine Ersatzvornahme zu erlassen. Stackelberg sagte, dies zeige doch ein sehr seltsames Verständnis von „Selbstverwaltung auf Probe" und sprach sich dafür aus, solche Entscheidungen im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) zu verankern. „Hier werden Parallelstrukturen aufgebaut", kritisierte er und ergänzte: „Das BMG wird man gar nicht mehr los."

Die Einführung von Personaluntergrenzen hatte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum zu Beginn der Jahresveranstaltung des Deutschen Vereins für Krankenhauscontrolling (DVKC) kritisiert. „Es ist scheinheilig, uns Personaldefizite vorzuwerfen, aber Tarifsteigerungen nicht voll zu finanzieren." Baum zufolge kommen die Versprechungen aus der jüngsten Krankenhausreform bei den Kliniken nur teilweise an. Insbesondere die Tariflohnsteigerungen würden nicht refinanziert. Das wies Stackelberg wiederum zurück und nannte Baum „den erfolgreichsten Lobbyisten in Berlin".

Sollte Stackelberg recht behalten, dürften die Krankenhäuser noch an anderer Stelle auf Hilfe des Gesetzgebers hoffen. Baum verlangt unter anderem, dass die Bundesländer rasch Zentren in den Kliniken ausweisen, die Zuschläge für spezielle Vorhaltungen erhalten. Gegen einen entsprechenden Schiedsstellenspruch auf Bundesebene klagt der GKV-SV. „Uns läuft die Zeit davon", klagte Baum. 

Autor

Dr. Stephan Balling

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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