250
Passwort vergessen

Vereinigtes Königreich

Windows-Rechner an Kliniken erliegen Cyber-Attacke

  • News des Tages

Krankenhäuser in England, Schottland und Wales waren am Freitag Opfer einer weltweiten Cyber-Attacke mit einem Erpressungsvirus. Nach Informationen des National Health Service waren 48 Kliniken betroffen, deren Computer zu den geschätzten 75.000 betroffenen Systemen in fast 100 Ländern gehören. Der Virus verschlüsselte die Daten der infizierten Computer und machte sie auf diese Weise für den Nutzer unbrauchbar. Die Attacke zwang die Kliniken zum Stopp aller geplanten Operationen und Behandlungen und zur Verlegung zahlreicher Notfallpatienten.

Potenziell betroffen sind derzeit alle Computer mit dem Betriebssystem Microsoft Windows in fast allen Produktversionen. Dazu gehören unter anderem Windows XP, Windows 7 und 8. Das aktuelle Windows 10 ist nach offiziellen Angaben nicht betroffen. Microsoft hatte schon im März einen Patch für die Schwachstelle veröffentlicht, über die nun zahlreiche Computer lahmgelegt wurden. Von dem Update profitierten jedoch nur Computer, deren Betriebssysteme noch automatische Updates von Microsoft erhalten.

Für das inzwischen 16 Jahre alte Betriebssystem Windows XP gibt es seit 2014 eigentlich keine Sicherheits-Updates mehr. Am Wochenende veröffentlichte Microsoft in einem außergewöhnlichen Sonder-Update in Reaktion auf die weltweiten Angriffe einen Patch, der auch alte Versionen wie Windows XP für den Moment absichert.

>>Download: Sonder-Update für alte Windows-Versionen (z.B. Windows XP) auf Microsoft.com

Als Krankenhaus-Mitarbeiter an NHS-Kliniken am Freitagnachmittag ihre Arbeitsstationen benutzen wollten, präsentierte sich ihnen vielerorts eine Forderung nach 300 US-Dollar, um verschlüsselte Daten wieder freizugeben. Nach Erkenntnissen des IT-Dienstes des NHS könnte der Virus „Wanna Decryptor“ (auch „WannaCry“ genannt) für die Attacke verantwortlich sein. Bislang liegen keine offiziellen Informationen über den spezifischen Infektionsweg dieses Computervirus vor. Sogenannte Ransomware-Attacken ähnlicher Art hatten hierzulande vergangenes Jahr über infizierte E-Mail-Anhänge das Lukaskrankenhaus in Neuss für mehrere Tage lahmgelegt.

Windows XP ist nach Aussagen des NHS allein in Großbritannien noch auf rund fünf Prozent aller Computer installiert. Experten gehen aufgrund veralteter Betriebssysteme zum Beispiel in medizinischen Geräten wie Computertomografen (CT) oder Infusionspumpen aber davon aus, dass noch deutlich mehr Geräte aktuell auf Basis von Windows XP laufen und somit infiziert werden könnten. Das betrifft potenziell auch deutsche Kliniken, wie f&w berichtete. Sicherheitsexperten empfehlen Klinik-Betreibern, sich so schnell wie möglich um die Sicherung ihrer Computer und medizinischen Geräte zu kümmern sowie Notfallpläne für Cyber-Attacken zu erstellen.

Autor

 Peter Carqueville

Zur Übersicht

Klinik-Newsletter abonnieren

Die wichtigsten News aus Krankenhäusern und der Gesundheitswirtschaft direkt in Ihr Postfach - täglich und kostenfrei!
Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich