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Reform der Pflegeberufe

DKG fordert Anhörung und Finanzierung für Generalistik

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht in einem Brief an die Abgeordneten Erwin Rüddel und Lothar Riebsamen (beide CDU) zur Reform der Pflegeausbildung „wichtigen Klärungsbedarf infolge des grundsätzlich zu begrüßenden Konzeptionswechsels". In dem Brief, der BibliomedManager vorliegt, heißt es: „Die DKG geht davon aus, dass noch eine Anhörung im Gesundheitsausschuss stattfindet." Letzteres ist dem Vernehmen nach aber in den Fraktionen noch nicht geklärt.

Konkret kritisiert die DKG unter anderem, dass die geplante Zwischenprüfung nach zwei Jahren ein „unangemessener organisatorischer und administrativer Aufwand" sei. Die DKG begrüßt zwar, dass der Beginn der  Ausbildung um ein Jahr verschoben werden soll, schreibt aber, dass auch das neue Datum „nicht realistisch" sei. „Ein Beginn zum 1.1.2020 wäre schon ambitioniert", heißt es in dem Brief, der Bibliomed-Pflege vorliegt. Die Krankenhausgesellschaft merkt des weiteren an, dass die Finanzierung der Vorbereitungszeit für die Praxisanleitung in Höhe von 20 Stunden pro Jahr und Auszubildendem „weiterhin nicht finanziert" sei. Die Punkte machten „wichtigen Klärungsbedarf infolge des grundsätzlich zu begrüßenden Konzeptionswechsels deutlich", schreibt die DKG.

Der Berichterstatter der CDU-Fraktion für die Pflegereform, Erwin Rüddel, erklärte auf Anfrage, dass die geplante Prüfung nach zwei Jahren keinen verbindlichen Charakter haben werde, was den Fortgang der weiteren Ausbildung im letzten Jahr betrifft. Die Bundesländer - verfassungsrechtlich für die Assistenz- und Helferausbildungen in der Pflege verantwortlich - können demnach selbst prüfen, wie sie mit der bundeseinheitlichen Ausbildung der ersten zwei Jahre umgehen. Rüddel weiter: „Im Gesetz steht, dass der Bundestag die Verordnung über die Inhalte genehmigen muss, damit das neue Ausbildungssystem wirklich 2020 beginnen kann."

Der Übergang zur Generalistik soll anders als im Kompromiss der Regierungsfraktionen vom April nicht automatisch erfolgen, selbst wenn sich mehr als 50 Prozent künftig für eine solche Ausbildung entscheiden. Das geht aus den Formulierungshilfen des Bundesgesundheitsministeriums für die Änderungsanträge der Fraktionen hervor, die Bibliomed-Manager vorliegen. Künftig sollen die drei bisherigen Ausbildungsberufe der Gesundheits- und Kranken-, Gesundheits- und Kinderkranken- sowie der Altenpflege in den ersten beiden Jahren nach einem gemeinsamen Curriculum generalistischen erfolgen. Für das dritte Jahr können sich die Schüler dann entscheiden, ob sie sich generalistisch zum Pflegefachmann- / fachfrau ausbilden lassen wollen, oder einen Abschluss in der Alten- oder Kinderkrankenpflege.

Ursprünglich war eine Evaluierung nach sechs Jahren vorgesehen. Der Ansatz lautete, dass bei einer Quote von mehr als 50 Prozent der Schüler für die generalistischen Ausbildung die Alten- und Kinderkrankenpflege endgültig hätten abgeschafft werden sollen. Nun steht in den Formulierungshilfen lediglich, dass im Jahr 2024 die federführenden Ministerien für Familie und Gesundheit Vorschläge erarbeiten sollen. Das neue Ausbildungssystem soll nun zum 1. Januar 2019 starten.

Autor

Dr. Stephan Balling

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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