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Lebertransplantationen

Uniklinik Essen widerspricht Vorwürfen

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Das Universitätsklinikum Essen (UK-Essen) wehrt sich gegen einen Bericht, in dem der Klinik schwere Vorwürfe im Umgang mit Lebertransplantationen gemacht werden. In dem Bericht habe die für die Überwachung des Transplantationssystems zuständige Prüfungs- und Überwachungskommission (PÜK) für die Jahre 2012 bis 2015 „schwerwiegende Rechtsverstöße“ festgestellt, heißt es in einer Mitteilung der UK-Essen. „Dem widerspricht das Universitätsklinikum Essen – auch vor Kenntnisnahme von einem zu erwartenden endgültigen Bericht – in aller Entschiedenheit“, teilte die Uniklinik mit.  

Die Bundesärztekammer hatte am Freitag mitgeteilt, dass die PÜK „systematische Unregelmäßigkeiten“ bei der Prüfung des Lebertransplantationsprogramms des UK-Essen festgestellt habe. Hierüber seien die zuständigen Landesbehörden und die Staatsanwaltschaft informiert worden.

Der Bericht weist jedoch nach Ansicht der UK Essen mehrere Mängel auf. So beruhe er „in weiten Teilen auf unzutreffenden medizinischen Annahmen“. Es seien beispielsweise von „Personen ohne jede spezifische Fachkompetenz“ falsche Angaben über die Größe von Tumoren sowie über die Alkoholabhängigkeit von Organempfängern gemacht worden. In dem Bericht wurde kritisiert, dass angeblich Patienten ein Spenderorgan transplantiert worden sei, obwohl diese einen Leberkrebs hatten, der bereits zu groß war oder aus zu vielen Tumorherden bestand. Zudem solle angeblich gegen die Vorschriften für die Alkoholabstinenz verstoßen worden sein.

Die Uniklinik gesteht zwar zu, dass bis zum Mai 2016 Dokumentationspflichten nicht hinreichend beachtet worden seien. Jedoch sei das Vorgehen daran ausgerichtet gewesen, „möglichst jedes grenzwertige Organ möglichst effektiv zu verwenden“. In keinem Fall habe die Prüfungs- und Überwachungskommission nachweisen können, dass der Empfänger ein Organ zu Unrecht bekommen hätte. Die Dokumentationsmängel seien überdies mittlerweile alle behoben worden. Nachdem die Kritik der Kommission bekannt geworden sei, habe das UK-Essen außerdem mit externer Hilfe alle Lebertransplantationen seit Mai 2016 untersuchen lassen. Hierbei habe es keine Beanstandungen gegeben.

Die Aufarbeitung, an der nationale und internationale Transplantationsexperten sowie Juristen beteiligt waren, habe stattdessen Gesetzeslücken zur Lebertransplantation in Deutschland festgestellt. Es würden gesetzliche Vorgaben benötigt, „um die auf Spenderorgane wartenden Patienten ihrem Leiden entsprechend angemessen versorgen zu können, aber auch den mit der Vergabe von Organen Betrauten die unbedingt erforderliche Rechtssicherheit zu gewähren.“

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