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„Niedriges wissenschaftliches Niveau“

Fachärzte bemängeln Vorgehen bei „Faktencheck Rücken“

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Die Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) haben die Studie der Bertelsmann Stiftung zur Behandlung von Rückenschmerzen in Krankenhäusern kritisiert. Die Autoren hätten übersehen, dass bei einer Wirbelsäulen-Operation mehrere OP-Schlüssel vergeben werden können, teilten die beiden Facharztorganisationen mit. Die Zahl der OP-Schlüssel entspreche deshalb nicht der Zahl der Operationen. „Vermeintliche regionale Versorgungsunterschiede könnten deshalb in Wirklichkeit regionale Unterschiede in den Verschlüsselungen sein“, sagte BVOU-Präsident Johannes Flechtenmacher.

Die Bertelsmann Stiftung hatte Anfang dieser Woche den „Faktencheck Rücken“ veröffentlicht. Darin kritisieren die Autoren die unterschiedlich hohe Anzahl von Operationen in den verschiedenen Kreisen Deutschlands. Laut der Untersuchung bestimme der Wohnort, „ob Patienten ins Krankenhaus kommen, konservativ behandelt oder operiert werden“. In manchen Regionen werde bis zu 13-mal häufiger operiert als andernorts.

Die DGOU und der BVOU geben jedoch zu bedenken: Operateure können bei einem Eingriff an der Wirbelsäule entweder die einzelne Diagnose kodieren oder die einzelnen Schritte einer Operation – dabei könnten sie mehr als zehn Maßnahmen innerhalb einer Operation erfassen. Jedoch dürften Operationen mit unterschiedlichen Kodierungsmethoden bei wissenschaftlichen Analysen nicht miteinander verglichen werden. „Andernfalls entstehen falsche Rückschlüsse, die nicht der realen Versorgungssituation entsprechen“, heißt es in der Mitteilung der Facharztorganisationen. Die Untersuchung hat nach Ansicht der Facharztorganisationen deshalb lediglich ein „niedriges wissenschaftliches Niveau“.

Um regionalen Unterschieden bei Wirbelsäulen-Operationen auf den Grund zu gehen, hat die DGOU eine Studie angestoßen, die durch den Innovationsfonds gefördert wird. Dabei wollen die Experten die Ursachen für Versorgungsunterschiede ermitteln.

Autor

 Hendrik Bensch

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