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Umfrage Marburger Bund

Ärzte beklagen Bürokratie

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Weniger Bürokratie, mehr Zeit für Privatleben und Familie sowie insbesondere mehr Personal in der Pflege – das ist einer der größten Wünsche der Ärzte in Deutschland, wie die heute in Berlin vorgestellte Umfrage der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) unter seinen Mitgliedern zeigt. Zwei Drittel der Mediziner geben laut MB-Monitor 2017 an, dass sie zu wenig Zeit hätten, um ihre Patienten ausreichend zu behandeln. Insbesondere die wachsende Bürokratie verhindere dies. 26 Prozent der Ärzte gaben an, mehr als drei Stunden am Tag für administrative Aufgaben zu benötigen, 29 Prozent bezifferten dies auf zwei bis drei Stunden. 

Der zweite Vorsitzende des MB, Andreas Botzlar, verlangte mehr Personal für administrative Tätigkeiten. Als Beispiel nannte er das Berufsbild des „Physician Assistant“, sprach sich aber auch für Dokumentationsassistenten in der Pflege aus. Es gebe durchaus Krankenhäuser, die hier vorbildlich arbeiteten, sagte er. Als positives Beispiel nannte er etwa das Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn (UKB). 

Der Umfrage zufolge spielen 19 Prozent der Ärzte mit dem Gedanken, die ärztliche Tätigkeit aufzugeben. Als Gründe geben sie die hohe Arbeitsbelastung, den ökonomischen Druck, Personaleinsparungen und ausufernde Bürokratie an. Vor allem in der Pflege spürten die Mediziner die Personalengpässe, sagte der MB-Vorsitzende Rudolf Henke. Dem MB-Monitor 2017 zufolge geben 52 Prozent der befragten Mediziner an, dass mehr Personal im pflegerischen Dienst „sehr wichtig“ sei, 24 Prozent halten dies sogar für „am wichtigsten“. 21 Prozent halten dies für „wichtig“ und nur vier Prozent für „eher unwichtig“ oder „unwichtig“. 

Auf die Frage, wie wichtig mehr ärztliches Personal sei, antworteten 23 Prozent „am wichtigsten“, 49 Prozent „sehr wichtig“, 24 Prozent „wichtig“ und fünf Prozent „eher unwichtig“ oder „unwichtig“. Strikte gesetzliche Personalvorgaben sind dabei aber aus MB-Sicht nicht die Lösung. Der zweite MB-Vorsitzende Andreas Botzlar sagte, es gebe zwar Situationen, in denen solche Untergrenzen sinnvoll seien, etwa auf Intensivstationen. In vielen anderen Bereich sei dies aber schwierig. Strikte Vorgaben könnten „eine unglaubliche Realitätsferne entwickeln“, warnte er.

Henke mahnte, dass die Untergrenzen in den Verhandlungen zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen nicht zu einer „Abbruchkante“ werden dürften. „Ich verlange, dass man in den Verhandlungen Luft nach oben beschreibt, damit es nicht zu einem Absinken der bestehenden Personalausstattung kommt“, sagte der Gewerkschaftschef und CDU-Bundestagsabgeordnete. 

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