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Gesetzesinitiative in Niedersachsen

Krankenhausapotheker befürworten Stationsapotheker-Pläne

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Der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) unterstützt die Gesetzesinitiative zur verpflichtenden Einführung von Stationsapothekern an niedersächsischen Kliniken. „Das Krankenhaus hat die Pflicht, den Patienten die beste Behandlung und Pflege zukommen zu lassen“, heißt es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung des ADKA. Der Verband stellt sich damit gegen die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG), die in der vergangenen Woche gegen den Gesetzesentwurf der rot-grünen Landesregierung protestiert hat. Dieser sieht vor, dass es künftig mindestens einen Stationsapotheker für 300 Betten geben soll.

Nach Angaben des ADKA gibt es nirgendwo in Europa so wenig Apotheker in Krankenhäusern wie in Deutschland. Während in Großbritannien im Durchschnitt 4,4 Apotheker pro 100 Betten im Krankenhaus beschäftigt seien, arbeiteten in Deutschland weniger als 0,4. Um die Zahl der Apotheker zu erhöhen, würde es genug Nachwuchskräfte geben, ist der ADKA überzeugt. Jährlich würden 1.600 Pharmazeuten ihr Studium abschließen. Somit würden vier Prozent der Studienabgänger ausreichen, um genug Apotheker für die etwa 180 niedersächsischen Kliniken zu finden, rechnet der ADKA vor. Und diese hätten „ein extrem hohes Interesse an klinischer Pharmazie“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Die NKG glaubt hingegen nicht, dass auf dem Arbeitsmarkt genug Fachkräfte verfügbar sind. Ein weiteres Argument gegen die Stationsapotheker-Pläne ist nach ihrer Ansicht die mangelnde Finanzierung. Mehrkosten für die zusätzlichen Beschäftigten seien nicht in den Fallpauschalen enthalten. Zudem wollten weder das Land noch die Krankenkassen die Kosten übernehmen. Die Krankenhäuser müssten die zusätzlichen Stellen dann selbst finanzieren.

Die Vorgabe von mindestens einem Stationsapotheker für 300 Betten soll nach den Plänen der rot-grünen Landesregierung drei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes greifen. Der Stationsapotheker soll vor allem zu Fragen der Arzneimitteltherapie bei der Aufnahme und Entlassung beraten. Er soll seine Kollegen außerdem dabei unterstützen, wenn es um die Anwendung und den Verbrauch von Arzneimitteln und apothekenpflichtigen Medizinprodukten sowie Rechtsfragen geht.

Autor

 Hendrik Bensch

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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