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Der Fall Niels H.

Pfleger soll weitere 84 Menschen getötet haben

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Der verurteilte Krankenpfleger Niels H. hat nach Angaben einer Sonderkommision wesentlich mehr Menschen umgebracht als bisher bekannt war. Der heute 40-Jährige soll demnach 84 weitere Menschen ermordet haben, berichtet die Online-Redaktion des Norddeutschen Rundfunks. Nach Angaben der Ermittler könnte die Zahl der Todesfälle, für die Niels H. verantwortlich ist, sogar noch höher liegen. Viele Patienten seien jedoch eingeäschert worden, teilte die Oldenburger Polizei mit. Sechs Taten waren bereits bekannt gewesen. Hierfür war der Krankenpfleger zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Zwischen 2003 und 2005 soll Niels H. in Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg bei seinen Patienten erst Herzversagen oder einen Kreislaufkollaps ausgelöst haben, um sie dann wiederzubeleben. Von der Delmenhorster Klinik sind zwei frühere Oberärzte und der Stationsleiter der Intensivstation wegen Totschlags durch Unterlassen angeklagt. Am Klinikum in Oldenburg laufen die Ermittlungen noch. Um Taten wie an den beiden Kliniken künftig leichter zu entdecken, hat die Klinik in Delmenhorst eine Leichenschau durch einen externen Rechtsmediziner eingeführt.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe warnte indes in einer Stellungnahme über den Nachrichtendienst Twitter vor einem Generalverdacht gegen Pflegende:

Pflegewissenschaftler Jürgen Osterbrink geht davon aus, dass ein Großteil der Gewalthandlungen wegen günstiger Voraussetzungen in Krankenhäusern gar nicht ans Tageslicht gelangen. "So gehört zum Beispiel das Setzen von Spritzen oder das Verabreichen von Medikamenten zu den alltäglichen Arbeitsvorgängen im Krankenhaus. Und nicht zuletzt ist auch das Ableben eines Patienten in einer solchen Einrichtung keine Seltenheit. Die Taten stehen unter dem Schutzmantel des Stationsalltags und erhöhen somit deren Aufdeckungsbarriere", schrieb Osterbrink für f&w - führen und wirtschaften im Krankenhaus. 

Lesetipp der Redaktion:
Gewalt auf Station: Ärzte und Pflegende als Täter
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Autor

 Hendrik Bensch

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