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KBV-Umfrage

Patienten strömen in Klinik-Ambulanzen

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Immer mehr Bürger beklagen einen schwierigen Zugang zu Fachärzten und strömen außerhalb der Praxiszeiten in die Ambulanzen der Krankenhäuser. Das zeigt die aktuelle Patientenbefragung der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die heute in Berlin präsentiert wurde. „Es hat doch signifikant zugenommen“, stellte Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen fest. Klagten im Jahr 2013 noch 34 Prozent der Befragten über Probleme, einen geeigneten Facharzt zu finden, waren es 2017 bereits 50 Prozent. Etwas besser die Lage bei den Hausärzten: Hier gaben nur 32 Prozent an, Schwierigkeiten beim Zugang zu einem Hausarzt zu haben, 2013 waren es noch 22 Prozent.

Am Wochenende und nachts suchen eine wachsende Zahl von Patienten die Ambulanzen der Krankenhäuser auf. 47 Prozent gaben an, außerhalb der Öffnungszeiten der Praxen die Kliniken aufzusuchen. 2006 waren dies lediglich 26 Prozent. „Vor allem die Jungen gehen außerhalb der Sprechzeiten in die Krankenhäuser“, berichtete Jung. In der Umfrage gaben 60 Prozent der 18- bis 29-Jährigen an, nachts und am Wochenende die Ambulanzen aufzusuchen. Die Versorgung mit Hausärzten stellt die Deutschen insgesamt weitgehend zufrieden. 73 Prozent der Befragten gaben an, ausreichend Allgemeinmediziner in Wohnortnähe zu haben, bei den Fachärzten sind es immerhin 51 Prozent. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, kommentierte die Umfrage mit den Worten: „Bei so viel Licht gibt es auch ein wenig Schatten.“ Die geringe Bekanntheit der Notfall-Nummer 116117 sei „bedauerlich“. Eine stärkere Versorgung durch die Kliniken will die KBV aber nicht. „Man kann die Krankenhäuser nicht völlig kritiklos öffnen“, erklärte Gassen.

Gassen griff die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) direkt an. "Immer nur mehr Geld zu fordern, und am besten die gesamte Versorgung an die Krankenhäuser zu verlagern, wird nicht besser, indem man es dauernd fordert." In der neuen Ausgabe von f&w - führen und wirtschaften im Krankenhaus, die morgen erscheint, spricht sich der KBV-Vorstandsvorsitzende dafür aus, die Zahl der Krankenhausbetten in Deutschland zu verringern und Klinikstandorte in ambulante Zentren umzuwandeln. 

Autor

Dr. Stephan Balling

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