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Stationsapotheker

Apothekerverband: Kein Fachkräftemangel erkennbar

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Die Apothekerverbände pochen weiter auf die verbindliche Einführung von Stationsapothekern in Krankenhäusern. Nach Einschätzung der niedersächsischen Apothekerkammer ist es derzeit auch kein Problem, dafür genug Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden. In der neuen Ausgabe von f&w, die morgen erscheint, betont Christopher Jürgens, Vizepräsident der Apothekerkammer Niedersachsen, dass das Krankenhaus für die jährlich rund 1.600 Hochschulabsolventen ein immer attraktiverer Arbeitsplatz werde. Tatsächlich berichten Krankenhäuser, dass Praktikanten bis zu drei Jahre auf einen Praktikumsplatz in der Klinikapotheke warten müssen und dass sie unter vielen qualifizierten Bewerbern wählen können. Laut dem Apotheker-Spitzenverband ABDA ist die Zahl der in Krankenhausapotheken beschäftigten Pharmazeuten zuletzt von 2.143 (2013) auf 2.212 (2016) gestiegen. 

In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung unterstützt die Apothekerkammer Niedersachsen das Vorhaben der noch amtierenden Landesregierung, Kliniken zum Einsatz von Stationsapothekern zu verpflichten. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass das Gesetzesvorhaben noch vor der Neuwahl des Landtages im Oktober umgesetzt wird. Den Vorschlag hatte ein Sonderausschuss des Landtages nach Bekanntwerden der Mordserie des ehemaligen Pflegers Niels H. unterbreitet. „Eine wirtschaftlich effektive und gleichzeitig sichere Arzneimitteltherapie kann aber nur erreicht werden, wenn Apotheker über die Arzneimittel-Logistik hinaus mit den Ärzten und Pflegekräften im Team zusammenarbeiten“, erklärte die Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Magdalene Linz. 

Die Krankenhausgesellschaft Niedersachsen (NKG) bekräftigte heute indes ihre ablehnende Haltung. Sie gesteht zwar zu, dass ein Stationsapotheker die medizinische Versorgung verbessern könne. Eine Erhöhung der Patientensicherheit lasse sich durch dieses Instrument aber nicht erreichen, erklärte Verbandsdirektor Helge Engelke. Die verbindliche flächendeckende Einführung sei zudem selbst in der Übergangszeit objektiv überhaupt nicht umsetzbar. Der Personaleinsatz liege in der Verantwortung des Krankenhausträgers. „Eine Berufsgruppe wie die Apotheker durch gesetzliche Eingriffe derart zu privilegieren, gehe zulasten des übrigen Personals“, so die NKG. 

Lesetipp der Redaktion:
Im Fachartikel: „Apotheker als Brückenbauer“ berichten Dr. Torsten Hoppe-Tichy, Leiter der Apotheke des Universitätsklinikums Heidelberg, und sein Team über den Einsatz von Stationsapothekern an zwei Unikliniken.

Autor

 Florian Albert

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