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Bürgerhospital und St. Marienkrankenhaus in Frankfurt

Bombenentschärfung sorgt für einmalige Evakuierungsaktion

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In Frankfurt hat am Sonntag die größte Evakuierungsaktion der Nachkriegsgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland einen guten Abschluss gefunden. Ein 1,8 Tonnen schwerer Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war am vergangenen Dienstag bei Bauarbeiten nahe der Frankfurter Universität gefunden worden. Mehr als 60.000 Menschen hatten für die Entschärfung der Fliegerbombe ihre Häuser verlassen müssen, zahlreiche Einrichtungen mussten zwischenzeitig den Betrieb einstellen.

Betroffen von der Aktion waren auch zwei Krankenhäuser innerhalb eines Radius von 1,5 Kilometern rund um den Fundort: das Bürgerhospital und das St. Marienkrankenhaus – beide im Westend gelegen. Nach Angaben des St. Marienkrankenhauses ein Haus der Katharina Kasper-Kliniken, wurden alle stationär versorgten Patienten an den zweiten Standort des Verbunds, das St- Elisabethen-Krankenhaus in Bockenheim, verlegt. Geplante Operationen wurden verschoben, der Kreißsaal vorrübergehend geschlossen.

Das Bürgerhospital, das auf seiner Homepage täglich über den Stand der Evakuierungsaktion informierte, meldete, dass etwa 100 Patienten hatten evakuiert und in die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt-Höchst, in das Sana Klinikum Offenbach und das Vitos Waldkrankenhaus Köppern vorrübergehend verlegt werden müssen. Diese nicht betroffenen Einrichtungen hatten sofort ihre Unterstützung signalisiert.

Seit Mitte vergangener Woche hatte „ein Krisenstab des Krankenhauses gemeinsam mit dem Krisenstab der Stadt einen Zeit- und Ablaufplan für die Evakuierung“ der Patienten entwickelt, heißt es in einer der Pressemitteilungen des Krankenhauses. „Vermutlich das erste Mal in der über 235-jährigen Geschichte des Bürger­hospitals, aber sicherlich nach dem Zweiten Weltkrieg, hat das Bürger­hospital dann geschlossen – ein historischer Tag“, sagte Wolfgang Heyl, Geschäftsführer der Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital gGmbH.

Am Sonntagabend – kurz nach der Entschärfung der Bombe und der Entwarnung durch den Kampfmittelräumdienst - waren die Krankenhausmitarbeiter auf ihre Stationen und weitere Einsatzorte zurückgekehrt und nahmen gegen 20.10 Uhr die ersten Patienten wieder in Empfang. Innerhalb von 30 Minuten nach seiner Öffnung sei das Krankenhaus wieder einsatzbereit gewesen. „Die regelmäßigen Katastrophenübungen, die Krankenhäuser immer wieder durchführen, waren eine gute Vorbereitung. Doch gestaltet sich jede Lage in der Praxis dann ganz individuell“, sagte Heyl. 

Autor

 Mark Sleziona

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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