250
Passwort vergessen

Neuer Dokumentationsbogen

Umgang mit Therapiebegrenzung erleichtern

  • News des Tages

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) eine Hilfe zum ethisch und rechtlich angemessenen Umgang mit Therapiebegrenzungen auf der Intensivstation veröffentlicht. In dem Dokumentationsbogen können Maßnahmen angekreuzt werden, die beim Patienten nicht oder nicht mehr durchgeführt werden sollen. Außerdem können darin Gründe für die Therapiebegrenzung erfasst werden. Die Hilfe solle schnell für Klarheit in den unterschiedlichen Versorgungstrukturen einer Klinik sorgen, teilten die beiden Gesellschaften mit.

Die Intensivbehandlung zu begrenzen, könne in bestimmten Fällen sinnvoll sein, heißt es in einer Mitteilung von DIVI und DGIIN. Dies könne zum Beispiel zutreffen, wenn das Überleben eines Patienten nur um den Preis einer dauerhaften schweren Einschränkung seiner Lebensqualität sichergestellt werden könne. „Bisher gab es dafür keine standardisierte Form“, so Uwe Janssens, Sprecher der DIVI-Sektion Ethik. Die Vorlage helfe nun, die Problematik der Therapiebegrenzung präzise und strukturiert anzugehen. „Sie erleichtert, dem Patientenwillen in Notfallsituationen zu entsprechen, im Team fair miteinander umzugehen und auch das Vertrauen zwischen allen Beteiligten zu fördern,“ erklärte Janssens. Außerdem verhindere sie, dass Maßnahmen eingeleitet oder fortgeführt werden, die nicht mehr indiziert oder gewollt sind.

Die Dokumentationsvorlage besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil können Maßnahmen angekreuzt werden, die beim Patienten nicht oder nicht mehr durchgeführt werden sollen. Dazu zählen akut lebenserhaltende Maßnahmen wie die Reanimation und Beatmung sowie weniger zeitkritische wie die künstliche Ernährung. Optionen, die in der Vorlage nicht aufgeführt werden, können die Behandler über ein Freitext-Feld ergänzen. Im zweiten Teil des Dokumentationsbogens werden die Gründe für die Therapiebegrenzung erfasst: Die Indikation fehlt oder der Patient lehnt die angeordnete Maßnahme ab. Ob der Patient selbst eingewilligt hat oder indirekt über einen Bevollmächtigten, wird ebenso dokumentiert. Gültig wird die Vorlage schließlich durch die Unterschriften des behandelnden Facharztes sowie eines Vertreters aus dem Pflegeteam.

Autor

 Hendrik Bensch

Zur Übersicht

Klinik-Newsletter abonnieren

Die wichtigsten News aus Krankenhäusern und der Gesundheitswirtschaft direkt in Ihr Postfach - täglich und kostenfrei!
Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich