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Qualität im Krankenhaus

Fachgesellschaften und Barmer fordern stärkere Zentrenbildung

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Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) und die Barmer haben sich gemeinsam für mehr Mindestmengen und mehr spezialisierte Zentren bei komplexen Eingriffen ausgesprochen. Das machten Vertreter von DGVS, DGAV und Barmer gestern bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des Kongresses Viszeralmedizin 2017 deutlich. Der Barmer-Vorstandsvorsitzende Christoph Straub kündigte dabei an, sich mit Blick auf die kommende Legislaturperiode dafür stark zu machen, dass gewisse Leistungen in Zentren erbracht werden. „Wir sind der Meinung, dass bestimmte Eingriffe zwingend an ein bestimmtes Versorgungsniveau gekoppelt werden und auch nur dort erbracht und vergütet werden sollten“, so Straub. Dies solle etwa für komplizierte Fälle, wie bei Eingriffen bei schwer übergewichtigen Patienten, gelten, so Straub.

Die Zahl sogenannter bariatrischer Eingriffe habe sich zwischen 2006 und 2016 verzehnfacht. Es habe sich nun gezeigt, dass es zum einen Komplikationen in der Phase nach der OP gebe. Bei den Patienten komme es beispielsweise vermehrt zu Suchtverhalten. Es müsse deshalb vor der OP interdisziplinär abgeklärt werden, ob der Eingriff das richtige Mittel sei. Auch nach der Operation komme es auf eine interdisziplinäre Betreuung an. „Nur dann können wir eine optimale Versorgung sicherstellen“, so Straub. Er riet Kliniken, sich von der DGAV zertifizieren zu lassen. Zertifizierte Kliniken hätten deutlich niedrigere Komplikationsraten und ein niedrigeres Sterberisiko.

Auch Markus Lerch, Kongresspräsident der DGVS sprach sich dafür aus, komplexe Eingriffe, wie Operationen an der Bauchspeicheldrüse, nur noch an spezialisierten Zentren durchzuführen. Beim Bauchspeicheldrüsenkrebs seien derzeit 77 Zentren von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert, die strenge Qualitätskriterien einschließlich der Mindestmenge von zehn Operationen erfüllten. Die Hälfte der Krankenhäuser in Deutschland, die Pankreasoperationen machten, lägen jedoch unter der Mindestmenge. Besser sehe es hingegen beim Thema Darmkrebs aus. Hierfür gebe es zurzeit in Deutschland 288 zertifizierte Standorte.

Autor

 Hendrik Bensch

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