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Kritik an der Selbstverwaltung

Rundt fordert stärkere Rolle der Politik

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Niedersachsens Ministerin für Soziales und Gesundheit Cornelia Rundt (SPD) fordert eine stärkere Rolle der Politik im Gesundheitswesen. Auf der Jahrestagung des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes (DEKV) in Hannover sagte sie am Montagabend, sie hätte gern „eine Eingriffsmöglichkeit der Landesregierung“, etwa wenn es um ambulante und stationäre Versorgungsangebote auf dem Land gehe. In die bisher zuständigen Akteure hat die Ministerin, die derzeit im Wahlkampf ist (Niedersachsen wählt im Oktober einen neuen Landtag), offenkundig kein Vertrauen mehr. „Ich erlebe ein Versagen der Selbstverwaltung hier jeden Tag, gerade im ländlichen Raum“, sagte Rundt.

Zugleich hob Rundt die große Bedeutung kirchlicher Krankenhäuser für ihr Bundesland hervor. 69 von 177 Kliniken in Niedersachsen seien in kirchlicher Trägerschaft. Christoph Radbruch, Vorsitzender des DEKV, wies in seiner Begrüßung auf die besondere Versorgung in kirchlichen Häusern hin: „Palliativ- und Hospizstationen sind in evangelischen und katholischen Krankenhäusern gestartet, als es noch nicht lukrativ war.“

Der neue DEKV-Schatzmeister Holger Stiller erklärte, dass evangelische Krankenhäuser in Deutschland jeden zweiten Ausbildungsplatz in der Pflege stellten. Zugleich müssten sie wie private Krankenhäuser im Wettbewerb bestehen. „Verluste kommunaler Häuser werden oft vom Steuerzahler ausgeglichen“, kritisierte Stiller.

Im Interview des Fachmagazins „f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus“ (Septemberausgabe) anlässlich der Jahrestagung hatte Bernd Weber, Vorsitzender der Geschäftsführung des Hannoverschen Klinikverbundes Diakovere, erklärt: „Letztlich kochen im Gesundheitssystem alle Anbieter mit Wasser, wir müssen aber anerkennen, dass die Kliniken in privater Trägerschaft teilweise schneller kochen. Hier müssen wir als christliche Häuser gleichziehen. Mit den privaten Häusern eint uns im Gegensatz zu den kommunalen Häusern, dass wir insolvenzfähig sind, wir haben niemanden, der uns wirtschaftlich auffangen kann.“ 

 

 

Autor

Dr. Stephan Balling

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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