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Appell an die künftige Bundesregierung

Ethikrat fordert internationale Debatte über Keimbahninterventionen

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Der Deutsche Ethikrat legt dem Deutschen Bundestag und der Bundesregierung in einer Ad-hoc-Empfehlung nahe, in der neuen Legislaturperiode eine internationale Debatte über Keimbahninterventionen beim Menschen anzustoßen, um dafür möglichst bald global verbindliche Regularien zu schaffen. „Die technischen Möglichkeiten des Genome-Editings werfen komplexe und grundlegende ethische Fragen insbesondere dort auf, wo sie eingesetzt werden, um Veränderungen der menschlichen Keimbahn vorzunehmen“, heißt es in der Erklärung. In jüngster Zeit sei die Forschung auf diesem besonders sensiblen Gebiet in manchen Staaten „enorm schnell vorangetrieben“ worden. Weil hiermit jedoch nicht nur nationale, sondern auch Interessen der gesamten Menschheit berührt würden, bedürfe es einer weitgespannten Diskussion und einer internationalen Regulierung.

Der Deutsche Ethikrat ist die Nachfolge-Organisation des von Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jahr 2001 eingerichteten Nationalen Ethikrates. Das Gremium versteht sich als unabhängiger Sachverständigenrat, der zu ethischen, gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen und medizinischen Fragen Stellung nimmt. Im besonderen Fokus stehen immer wieder Themen aus Forschung und den Entwicklungen auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften. Die 26 Mitglieder werden hälftig von Bundesregierung und Bundestag vorgeschlagen und vom Bundestagspräsidenten berufen. Das langfristige Ziel des Einsatzes von Genome-Editing in der menschlichen Keimbahn besteht darin, Embryonen zu therapeutischen Zwecken genetisch zu verändern und somit Erkrankungsursachen in allen Zellen des Körpers zu beseitigen. Diese Veränderungen werden auch an potenzielle Nachkommen weitergegeben. Dadurch ist die Tragweite derartiger genetischer Manipulationen beim Menschen ist erheblich.

Autor

 Sabine Rößing

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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