250
Passwort vergessen

Marienhausklinik Ottweiler

Verdi will erstmals Klinik in katholischer Trägerschaft bestreiken

  • News des Tages

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Marienhausklinik Ottweiler für den kommenden Mittwoch zum Streik aufgerufen. Damit würde bundesweit erstmals eine Klinik mit einem katholischen Träger bestreikt. Die Marienhauskliniken im Landkreis Neunkirchen GmbH hat deshalb in einem Schreiben an die Mitarbeiter in Ottweiler darauf hingewiesen, dass Streiks in Krankenhäusern in kirchlicher Trägerschaft unzulässig sind. Teilnehmer eines möglichen Warnstreiks müssten mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Hintergrund für den Hinweis ist, dass die katholische Kirche in Deutschland ein eigenes Arbeitsrechtssystem geschaffen hat, das als Dritter Weg bezeichnet wird. Danach werden die tariflichen Arbeitsbedingungen wie Vergütung, Arbeitszeit oder Urlaub, in einer gemeinsamen, paritätisch besetzten Kommission festgelegt. Diese soll bei der Festlegung von Arbeitsbedingungen die Interessen der Mitarbeiter und den Anliegen des kirchlichen Dienstes gerecht werden. Tarifverträge mit Gewerkschaften seien nach der Grundordnung des kirchlichen Dienstes explizit ausgeschlossen, betonen die Marienhauskliniken in dem Schreiben an ihre Mitarbeiter.

Nach der Auffassung von Verdi sind hingegen Streiks nicht grundsätzlich unzulässig. Das im Grundgesetz verankerte Streikrecht dürfe man Beschäftigten nicht nehmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Dieses könne weder durch besondere Arbeitsverträge noch durch das spezielle Kirchenrecht eingeschränkt werden. Dies hätten auch das Bundesarbeitsgericht und das Bundesverfassungsgericht bestätigt.

Verdi hatte seinen Warnstreik damit begründet, dass die Klinik auf die Aufforderung von Tarifverhandlungen nicht reagiert habe. Dies weisen die Marienhauskliniken jedoch zurück. Das Antwortschreiben sei fristgerecht zugegangen, heißt es in dem Schreiben an die Mitarbeiter. Die Klinik betont außerdem, dass sie sich in der Frage nach mehr Personal mit Verdi einig sei. „Es ist unstrittig, dass wir mehr Personal benötigen, aber das muss auch finanziert werden“, sagte der Leiter der Unternehmenskommunikation der Marienhaus Holding GmbH, Heribert Frieling, gegenüber BibliomedManager. Die Gespräche hierzu müssten aber auf Ebene der Saarländischen Krankenhausgesellschaft geführt werden.

Autor

 Hendrik Bensch

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Meinung: Orientierungswert

Orientierungswert von Heinz Lohmann

Der Wandel erfasst alle! Mich etwa auch?

  • Orientierungswerte

Orientierungswert von Susanne Müller

MVZ-Debatte: Ein Anschlag auf die Verhältnismäßigkeit

  • News des Tages

Orientierungswert von Boris Augurzky

Organspende: Club der Willigen

  • News des Tages

Empfehlung der Redaktion

Weitblick und Menschennähe: f&w gedenkt Michael Philippi mit Nachrufen des langjährigen Chefredakteurs Stefan Deges sowie des BDPK und öffnet das Archiv für Philippis Artikel aus der ersten f&w-Ausgabe aus dem Jahr 1984

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich