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Umfrage

Schlechtere Notfallversorgung befürchtet

  • Notfallversorgung

Viele ältere Deutsche sehen die Idee Integrierter Notfallzentren (INZ), wie sie der Sachverständigenrat Gesundheit kürzlich vorgeschlagen hat, laut einer Umfrage kritisch. 44 Prozent der Befragten ab 45 Jahren befürchten demnach längere Wartezeiten in der Notfallversorgung, falls es künftig INZ geben sollte, die nicht an jedem Krankenhaus angesiedelt sind. 36 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe glauben hingegen an eine Verbesserung, hat die repräsentative Umfrage des forsa-Instituts im Auftrag des Katholischen Krankenhausverbands Deutschlands (kkvd) ergeben.

Der Sachverständigenrat hatte kürzlich Einblick in seine Vorschläge für die Notfallversorgung gegeben. Nach den Vorstellungen der Gesundheits-Weisen soll es künftig eine einheitliche Leitstelle statt der bisher getrennten Rufnummern 112 und 116117 geben. Dort solle von qualifizierten Ärzten eine Ersteinschätzung vorgenommen werden. Im Krankenhaus sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und die Krankenhäuser gemeinsam INZ gründen. Die Sprecherin der kkvd-Geschäftsführung, Bernadette Rümmelin, begrüßte gestern bei einem Pressegespräch in Berlin eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). „Wir brauchen diesen Schulterschluss“, so Rümmelin.

Sie kritisierte aber, dass die Notfallzentren laut Vorschlag der Gesundheits-Weisen von den KVen betrieben werden sollen. Der Sicherstellungsautrag der KVen müsse hinterfragt und künftig auf beide Schultern verteilt werden. Auch die Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) äußerte sich kritisch dazu, dass die Zentren unter Leitung der KVen stehen sollen. „Bei vielen kritisch kranken, aber auch zeitkritischen Patienten ist das Leitsymptom nicht richtungsweisend. Für die fachliche Diagnose, aber auch die unmittelbare Notfalltherapie muss an dieser Stelle ein in der Notfallmedizin erfahrener Facharzt eingesetzt werden“, fordert André Gries, Notaufnahme-Experte der DIVI.

Mit Blick auf die Vorschläge des Sachverständigenrats zu neuen Strukturen in der ambulanten Notfallversorgung mahnte Rümmelin an, nicht ins europäische Ausland zu blicken, sondern auf bestehende Beispiele in Deutschland. „In bestimmten Regionen haben wir schon sehr gut funktionierende Kooperationen zwischen Niedergelassenen und Krankenhäusern“, so Rümmelin. Bei den katholischen Krankenhäusern gebe es schon an 112 Orten Kooperationen, wie etwa in Form von Bereitschaftsdienstpraxen in Klinikräumen.

Auch Vertreter der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) betonten gestern bei einer Veranstaltung in Berlin, dass es nicht eine bundeseinheitliche Lösung geben solle. Sie merkten aber an, dass nicht jede Notfallambulanz in ein INZ umgewandelt werden könne. Der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister sprach von „einer begrenzten Zahl von Portalpraxen an Kliniken“, die gemeinsam von Vertrags- und Klinikärzten betrieben werden soll.

Autor

 Hendrik Bensch

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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