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Risikostrukturausgleich

Morbi-RSA: Belege für manipulative Aktivitäten der Krankenkassen

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Beim morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) gibt es nach Einschätzung von Experten Änderungsbedarf, um den Mechanismus künftig weniger anfällig für Manipulationen zu machen. Mit Blick auf die Beeinflussung der Höhe der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds gebe es zwar keine eindeutigen Beweise, heißt es in einem heute vorgestellten Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats zur Weiterentwicklung des RSA. Es lägen aber „Belege für manipulative Aktivitäten der Krankenkassen“ vor. Der Beirat spricht sich deshalb unter anderem für eine Meldung der Operationen- und Prozedurschlüssel (OPS) für den ambulanten und stationären Sektor aus. Diese Informationen sieht der Beirat im Vergleich zu Diagnosen als manipulationsresistenter an. Zudem würden sie sachgerechter abbilden, wie schwer die Erkrankung sei.

Darüber hinaus sprach sich der Beirat dafür aus, ein zentrales Register für Selektivverträge zwischen Krankenkassen und Vertragsärzten im ambulanten Bereich einzurichten. Dadurch solle die Transparenz und öffentliche Kontrolle erhöht werden. Zudem sollten einheitliche ambulante Kodierrichtlinien eingeführt werden.

Die Einführung einer Regionalkomponente, die vom Bundesdurchschnitt abweichende regionale Kostenniveaus ausgleicht, sieht der Beirat als überlegenswert an. Für eine solche Komponenten macht sich schon seit längerer Zeit Bayern stark. Die aktuelle Situation ohne eine Regionalkomponente und ohne durchgängig regionalisierte Zusatzbeiträge sei „mit Blick auf die Chancengleichheit im Wettbewerb und mit Blick auf die Vermeidung von Anreizen für regionale Risikoselektion unbefriedigend“, heißt es in dem Gutachten. Das Thema will der Beirat in einer weiteren Untersuchung wieder aufgreifen.

Das jetzige Gutachten zum Morbi-RSA hatte das Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegeben. Hintergrund für die Untersuchung war unter anderem, dass zahlreiche Experten den RSA als sehr manipulationsanfällig ansehen. Schon seit längerer Zeit weisen im Morbi-RSA finanziell benachteiligte Kassen darauf hin, dass sich seit dessen Einführung das Krankheitsspektrum auffällig in Richtung ausgleichsfähiger Erkrankungen verschoben hat. Für Aufsehen hatte dabei die Aussage des Vorstandsvorsitzenden der TK, Jens Baas, gesorgt. Er hatte in einem Interview erklärt, es sei „ein Wettbewerb zwischen den Kassen darüber entstanden, wer es schafft, die Ärzte dazu zu bringen, für die Patienten möglichst viele Diagnosen zu dokumentieren.“

Autor

 Hendrik Bensch

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