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Morbi-RSA

Kassen kritisieren Gutachten zu Finanzausgleich

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Mit Kritik haben die Ersatz-, Betriebskrankenkassen (BKKs) und Innungskrankenkassen (IKKs) auf das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats zur Weiterentwicklung des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) reagiert. „Nach unserer ersten Einschätzung enthält das Sondergutachten des Wissenschaftlichen Beirats keine Lösungen, wie die finanzielle Benachteiligung der Ersatzkassen und ihrer Versicherten im Morbi-RSA kurzfristig beseitigt werden kann“, so Ulrike Elsner, Vorsitzende des Vorstands des Verbandes der Ersatzkassen (vdek). Der Beirat hatte das Gutachten gestern vorgestellt und darin unter anderem Änderungen vorgeschlagen, um den Mechanismus künftig weniger anfällig für Manipulationen zu machen.

Ersatzkassen, BKKs und IKKs kritisieren schon seit längerer Zeit, dass der Verteilungsmechanismus sie benachteilige. Das Gutachten hatte diese Sicht nun bestätigt. Darin heißt es, dass sich die Risikostruktur bei den BKKs, IKKs und Ersatzkassen seit dem Start des Finanzausgleichs im Jahr 2009 im Durchschnitt relativ verschlechtert habe. Da die Zuweisungen weniger stark als die Leistungsausgaben gestiegen seien, hätten sich negative Deckungsbeiträge entwickelt. Bei den AOKs ist die Entwicklung genau gegenläufig: Ihre relative Krankheitslast sank. Da die Ausgaben stärker zurückgingen als die Zuweisungen, hatten sie steigende positive Deckungsbeiträge. „Entsprechend haben sich Deckungsbeiträge und Deckungsquoten zwischen den Krankenkassenarten auseinander entwickelt“, schlussfolgert der Beirat.

Die Experten des Beirats schlagen nun ein Krankheitsvollmodell für den Morbi-RSA vor. Demnach sollen künftig alle Krankheiten bei dem Ausgleichsmechanismus berücksichtigt werden. Bislang werden nur 80 Krankheiten betrachtet. Die vdek-Vorsitzende Elsner lehnte diesen Vorschlag jedoch mit dem Hinweis ab, dass das Vollmodell „bereits überdeckte Kassen und Kassenarten weiter bevorteilt.“ Der Vorstand des BKK-Dachverbands Franz Knieps bemängelte zudem, der Beirat reagiere „mit noch mehr RSA, statt Begrenzungen von Über- und Unterdeckungen zu erwägen oder der unsinnigen Praxis ein Ende zu setzen, dass Krankenkassen mit hohen Zusatzbeitragssätzen auch noch Gelder an günstige Kassen abführen müssten.“

Lob von Seiten der Kassen kam lediglich vom AOK-Bundesverband. Der Vorstandsvorsitzende Martin Litsch bezeichnete das Gutachten als „eine gute Basis für die Weiterentwicklung“. Der Finanzausgleich funktioniere schon heute gut, so dass es keinen akuten Handlungsbedarf gebe.

Autor

 Hendrik Bensch

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