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Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft

DSG sieht Defizite bei Nachsorge von Schlaganfällen

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Eine sehr gute Akutversorgung, aber Schwächen bei der Nachsorge – so sieht nach Ansicht von Vertretern der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) die derzeitige Versorgung von Schlaganfall-Patienten in Deutschland aus. „Wir haben nach der Akut- und spätestens nach der Reha-Phase keine strukturierte Weiterversorgung in Deutschland“, sagte Armin Grau, 3. Vorsitzender der DSG heute bei einer Pressekonferenz anlässlich des Weltschlaganfalltags in Berlin. So komme es bei fast jedem zweiten Patienten im ersten Jahr zu Stürzen, von denen viele schwere Verletzungen verursachten. Zudem gehe der Schlaganfall häufig einher mit Depressionen oder Angst. „Diese Patienten sind deutlich unterversorgt“, so Grau.

Die DSG spricht sich deshalb für ein sektorenübergreifendes Nachsorgekonzept aus. Um den Patienten herum solle ein Netzwerk entstehen, bei dem der Hausarzt und die Akutklinik eine bedeutende Rolle einnehmen solle. In der Akutklinik solle es einen Schlaganfall-Koordinator sowie eine Schlaganfall-Pflegekraft geben, die Kontakte zu anderen Versorgern in der Nachsorge knüpfen würden. „Herausragend“ im europäischen Vergleich sei hingegen die Versorgung mit Stroke-Units, den Schlaganfall-Spezialstationen, in Deutschland, so Darius G. Nabavi. Er ist Vorsitzender der Stroke-Unit-Kommission der DSG. Mittlerweile gibt es 307 Stroke-Units in Deutschland: 185 regionale, 109 überregionale sowie 13 telemedizinische. Zudem gäbe es 30 bis 40 weitere telemedizinische Einrichtungen, die sich möglicherweise in den kommenden Jahren zertifizieren ließen, so Nabavi.

Darüber hinaus werde derzeit die Entwicklung sogenannter neurovaskulärer Netzwerke (NVN) vorangetrieben. Diese Zentren behandeln nicht nur akute Schlaganfallpatienten, sondern verfügen zudem über eine große Neurochirurgie und Neuroradiologie. Erste Zertifizierungen für die NVN liefen derzeit. Zukünftig wird es dann nach Einschätzung von Darius Nabavi etwa 30 bis 40 dieser Einrichtungen geben.

Autor

 Hendrik Bensch

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