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„Ohne wissenschaftlichen Anspruch“

DKG weist Vorwürfe aus Krankenhaus-Untersuchung zurück

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Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat eine aktuelle Untersuchung scharf kritisiert, in der Krankenhäusern vorgeworfen wird, mitunter aus rein wirtschaftlichen Gründen zu operieren. Laut der Befragung von 60 Ärzten und Geschäftsführern aus Krankenhäusern würden Patienten in Kliniken aufgenommen, ohne dass es medizinisch notwendig sei. DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum kritisierte, dass die Befragung „nicht ansatzweise als validierte oder gar wissenschaftliche Feststellung ernst genommen werden“ könne. Mit der Untersuchung versuchten die Autoren offenbar „öffentliche Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erreichen“, so Baum. „Die Aneinanderreihung von Behauptungen, die durch ständige Wiederholung und scheinwissenschaftliche Umfragen nicht wahrheitsgehaltiger werden, hält die Konfrontation mit der Realität nicht Stand.“

Die Studienautoren sind Karl-Heinz Wehkamp, Professor für Gesundheitsmanagement am Socium Forschungszentrum der Universität Bremen, sowie Heinz Naegler, der bis zu seiner Emeritierung Honorarprofessor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin war. Mit ihrer bisher unveröffentlichten Untersuchung, über die der NDR gestern berichtete, wollen die beiden nach eigenen Angaben klären, warum die Patientenzahlen in Krankenhäusern steige, während sich die Aufenthaltsdauer der Patienten immer weiter verkürze. Laut NDR haben alle befragten Ärzte angegeben, dass wirtschaftliche Interessen der Klinik sie häufig in ihrer täglichen Arbeit beeinflusse.

DKG-Hauptgeschäftsführer Baum sieht die Vorwürfe als haltlos an. Eine von der Bundesregierung gestartete und im Jahr 2014 veröffentlichte Studie habe Behauptungen, es gäbe massenhaft medizinisch nicht notwendige Leistungen, in keinster Weise bestätigt. „Wenn die Autoren dieser windigen Studie nun zu dem Ergebnis kommen, dass ,nicht selten aus rein wirtschaftlichen Gründen operiert‘ wird und dass viele unnötige Behandlungen in Krankenhäusern stattfinden, kann darauf nur mit der Sorge geantwortet werden, dass immer mehr scheinbar wissenschaftliche Behauptungen von der Öffentlichkeit überhaupt in dieser Form wahrgenommen werden“, so Baum.

Der Sprecher für Krankenhauspolitik der Bundestagsfraktion der Linken, Harald Weinberg, sieht die Kritik von Wehkamp und Naegler hingegen als berechtigt an. Alle Bundesregierungen der vergangenen 20 Jahre hätten den Krankenhäusern Kostendruck, Markt und Wettbewerb verordnet. In der kommenden Wahlperiode müsse deshalb das Finanzierungssystem auf den Prüfstand. „Wir müssen den Irrweg der Fallpauschalen beenden“, so Weinberg. Ausführliche Kritik am Fallpauschalen-System hatte Weinberg bereits vor der Bundestagswahl in einem Beitrag für BibliomedManager geäußert.

 

 

Autor

 Hendrik Bensch

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