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Upcoding

TK-Studie: Kassen beeinflussen weiterhin Kodierung

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Krankenkassen nehmen laut einer Studie weiterhin Einfluss auf die Kodierung der Diagnosen ihrer Versicherten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Dabei gaben 82 Prozent der befragten Mediziner an, schon einmal bei der Diagnose ihrer Versicherten beeinflusst worden zu sein. Auf Basis dieser Diagnosen erhalten die Krankenkassen Gelder aus dem Gesundheitsfonds.

Die Studie zeige, dass die Änderungen durch das Heil- und Hilfsmittelgesetz (HHVG) nicht greifen, so die TK. Anfang dieses Jahres hatte der Bundestag das HHVG beschlossen, das dazu beitragen soll, das sogenannte „Upcoding“ zu vermeiden. „Die Studie zeigt jedoch, dass das entsprechende Gesetz bislang keine ausreichende Wirkung entfaltet“, kritisiert die TK in einer Pressemitteilung zu der Studie. In den beiden Quartalen nach Inkrafttreten des Gesetzes seien 18,2 Prozent der befragten Ärzte von Krankenkassen zu ihrer Diagnosestellung beraten worden. Hochgerechnet ergebe dies für diesen Zeitraum etwa 11.000 niedergelassene Ärzte deutschlandweit. „Die derzeitigen Regelungen bekämpfen nur die Symptome“, kritisierte TK-Chef Jens Baas. „Der Versuch, die Einflussnahme zu unterbinden und das System manipulationssicherer zu gestalten, geht noch nicht weit genug.“

Auch der Wissenschaftliche Beirat zur Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs hatte kürzlich in einem Sondergutachten „Belege für manipulative Aktivitäten der Krankenkassen“ festgestellt. Der Beirat spricht sich deshalb unter anderem für ein zentrales Register für Selektivverträge zwischen Krankenkassen und Vertragsärzten im ambulanten Bereich aus. TK-Chef Baas sieht das Gutachten aber kritisch. Es biete keine Vorschläge, um die Manipulationen zu unterbinden, sondern verstärke hingegen die bestehenden Anreize noch weiter. Auch das vom Beirat vorgeschlagene Vollmodell lehnt die TK, so wie auch andere Krankenkassen, ab. Die Idee des Vollmodells ist es, künftig alle Krankheiten beim Risikostrukturausgleich zu berücksichtigen. Bislang werden nur 80 Krankheiten betrachtet. „Ein Vollmodell würde die Manipulationsanfälligkeit des Morbi-RSA-Systems weiter erhöhen“, so Baas. „Damit würden wir den Weg in die völlig falsche Richtung weitergehen.“

Autor

 Hendrik Bensch

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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