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Jahresgutachten

Wirtschaftsweise warnen vor Personalengpass im Gesundheitswesen

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Die Hebung von Effizienzpotenzialen im Gesundheitswesen wird nach Meinung der fünf Wirtschaftsweisen noch bedeutender, wenn ab Mitte der 2020er-Jahre die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er-Jahre in Rente gehen. „Bei einer steigenden Anzahl von Patienten können vor allem die personellen Ressourcen zum Engpass der künftigen Versorgung werden“, warnt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung in seinem aktuellen Jahresgutachten, das heute in Berlin präsentiert wurde. Die Ökonomen bemängeln: „Sektorenübergreifenden Ansätzen stehen die sektorenspezifischen Vergütungssysteme entgegen.“

Sie fordern daher stärkere Anreize für die Leistungserbringer zur sektorenübergreifenden Versorgung und zur stärkeren Ambulantisierung der Medizin. Auf der Angebotsseite des Krankenhaussektors bestehen aus Sicht der Wirtschaftsweisen „weiterhin erhebliche Effizienzpotenziale“. Sie loben den Strukturfonds der alten Bundesregierung und fordern weitere Mittel für Strukturanpassungen. Zugleich stellen sie fest, dass Investitionen nötig seien, „um die Substanz der Krankenhäuser erhalten zu können“. Da die Länder ihren Pflichten nicht nachkämen, sehen sie einen Ausweg in einer monistischen Krankenhausfinanzierung, „bei der die Krankenkassen die laufenden Betriebskosten der Krankenhäuser und die Investitionen finanzieren“. Bisher sind die Kassen nur für die Betriebskosten zuständig, die Länder für die Investitionen.

Um die Notfallambulanzen der Krankenhäuser zu entlasten, sprechen sie sich für ein „Telefonleitsystem“ wie in Dänemark aus. 

Autor

Dr. Stephan Balling

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