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Krankenhaus Barometer 2017

Ambulante Notfälle sorgen für Minus von 900 Millionen Euro

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So gut wie kein Krankenhaus kann derzeit ambulante Notfälle kostendeckend behandeln. Laut einer Befragung für das „Krankenhaus Barometer 2017“ des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) gaben 96 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser ab 100 Betten an, dass im vergangenen Jahr die Erlöse aus ambulanten Notfällen, die mit einer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) abgerechnet wurden, nicht kostendeckend waren. Nach Angaben der 234 befragten Krankenhäuser lag in diesem Jahr die Kostenunterdeckung je ambulantem KV-Notfall im Durchschnitt bei 80 Euro. Wenn man die Umfrageergebnisse auf alle Notfallambulanzen in Allgemeinkrankenhäusern ab 100 Betten hochrechnet, bei denen die Erlöse aus ambulanten KV-Notfällen im Durchschnitt nicht kostendeckend waren, lag das Minus in der ambulanten Notfallversorgung der Krankenhäuser bundesweit bei 900 Millionen Euro.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, fordert vor dem Hintergrund der Ergebnisse, dass Notdienstleistungen direkt und ungedeckelt mit den Krankenkassen abgerechnet werden sollten. „Konzepte, die im Wesentlichen die Fortsetzung der sektorgetrennten Patientenzuordnung propagieren, sind rückwärtsgewandt und führen nicht weiter“, so Baum. Die DKG lehne deshalb die zentralen Punkte des Sachverständigenratsgutachtens ab, das kürzlich vorgestellt wurde.

Kritisch äußerte sich Baum auch mit Blick auf die Öffnungszeiten von KV-Notdienst-Praxen, die für das Krankenhaus Barometer ermittelt wurden. Demnach sind am Wochenende rund 14 Prozent der KV-Notdienstpraxen am Krankenhaus rund um die Uhr geöffnet. Auch an den anderen Wochentagen liegt der Wert bei etwa 14 Prozent. „Schlussendlich sind 85 Prozent der Praxen zumeist nur zwischen 19 und 22 Uhr besetzt“, so Baum. „Diese Zahlen machen sehr deutlich, dass von einer wirklichen Sicherstellung durch den ambulanten Bereich in der Notdienstversorgung nicht gesprochen werden kann.“

Das „Krankenhaus Barometer“ verdeutlicht außerdem, dass viele Kliniken ihre künftige wirtschaftliche Situation negativ einschätzen. Demnach erwartet nur gut ein Fünftel der Häuser (22 Prozent), dass sich die wirtschaftliche Situation verbessert. 37 Prozent gehen hingegen von einer Verschlechterung aus. Beim Blick auf die jetzige Lage ergibt sich laut der Befragung ein gemischtes Bild. Demnach schätzen 27 Prozent der Krankenhäuser ihre wirtschaftliche Lage als eher gut ein. 29 Prozent der Kliniken bewerten sie als eher unbefriedigend, 44 Prozent sind in dieser Hinsicht unentschieden.

Autor

 Hendrik Bensch

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