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„Eklatante Schwächen“

TK will strengere Apotheken-Kontrollen

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Angesichts des Skandals um einen Apotheker, der mutmaßlich Krebsmedikamente an Patienten abgegeben hat, die nur geringe Mengen oder gar keinen Wirkstoff enthielten, fordert die Techniker Krankenkasse (TK) neue Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Es sollten künftig zum Beispiel mehr – auch unangekündigte – Kontrollen von Apotheken stattfinden. Außerdem sollte der Wirkstoffgehalt der Krebsmedikamente regelmäßig per Stichprobe überprüft werden. Auch im Herstellungsprozess sollten künftig klare Regeln für das Qualitätsmanagement gelten, die beispielsweise ein verpflichtendes „Vier-Augen-Prinzip“ umfassen könnten. „Der Fall aus Bottrop zeigt, dass das heutige System eklatante Schwächen aufweist“, erklärte Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK.

Hintergrund für die TK-Forderung ist der Fall eines Bottroper Apothekers, dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, zwischen 2012 und 2016 in fast 62.000 Fällen Krebsmedikamente falsch dosiert zu haben. Mindestens 1.000 Krebskranke sollen davon betroffen sein.

Um die Qualität künftig besser zu sichern, ermöglichten Ausschreibungen der Krankenkassen und der zentrale Einkauf von Zytostatika-Wirkstoffen mehr Kontrolle und Sicherheit, so die TK. „Rabattverträge der Kassen schaffen nicht nur mehr Transparenz über die Beschaffung der Wirkstoffe, sondern auch über die Finanzierung der Medikamente“, so Ballast. Nach Ansicht der TK sollte auch die Justiz besser aufgestellt werden, um Fehlverhalten im Gesundheitswesen besser aufdecken und bekämpfen zu können. Denn die in vielen Fällen komplizierte Rechtslage und schwierige Beweislage machten die Strafverfolgung oftmals schwierig. Gute Erfahrungen in anderen Bereichen sprächen dafür, auch für das Gesundheitswesen mehr Schwerpunktstaatsanwaltschaften zu schaffen, um Kompetenzen und Fachwissen stärker zu konzentrieren.

Autor

 Hendrik Bensch

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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