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Schweden

IT-Havarie sorgt für Ausnahmezustand

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Im Stockholmer Universitätskrankenhaus Nya Karolinksa Solna herrschte in dieser Woche mehrfach der Ausnahmezustand. Nach übereinstimmenden Berichten nationaler und lokaler Medien kam es sowohl am Dienstag als auch am Donnerstag zu Ausfällen im IT-System des erst vor einem Jahr bezogenen Neubaus. In der Folge mussten Patienten mit Herzproblemen zeitweise händisch überwacht werden, da die entsprechenden Monitoringsysteme nicht mehr funktionierten. Operationen wurden abgesagt, Rettungsambulanzen mit Herzpatienten angewiesen, andere Krankenhäuser anzufahren. 

Wie die Tageszeitung „Expressen“ berichtete, musste ein Patient aus Sicherheitsgründen verlegt werden, weil die benötigte Überwachung nicht gewährleistet werden konnte. „Das Personal tut, was geboten ist, um die Patientensicherheit aufrecht zu erhalten“, zitierte das Blatt einen Pressesprecher des Nya Karolinska Solna. Während der Ausfälle versetzte der einberufene Krisenstab das Krankenhaus in eine erhöhte Einsatzbereitschaft. Die Mitarbeiter auf den betroffenen Stationen wurden aufgefordert, über ihre Dienstzeiten hinaus am Arbeitsplatz zu verbleiben, um die „manuellen Ersatzroutinen“ durchführen zu können. 

Am Donnerstagabend erklärte das Krankenhaus die Störungen für behoben und die erhöhte Einsatzbereitschaft für beendet. Zeitgleich kam der Vorstand zu einer Sondersitzung zusammen, um die Ausfälle von Wlan und Telemetrie zu erörtern. „Wir sind sehr besorgt über das, was wir hören“, sagte Vorstandschef Anders Ekblom. Die Klinikleitung habe bestmöglich auf die Ausfälle reagiert. „Aber die Situation ist nicht zu akzeptieren. Nicht für die Mitarbeiter und nicht, wenn man Krankenversorgung betreibt.“ Nun soll untersucht werden, warum die in der Planungsphase des Neubaus ausgewählten und bestellten IT-Systeme den Anforderungen nicht gerecht werden. 

Unterdessen forderte die Regionalpolitikerin Erika Ullberg, den weiteren Bezug des Neubaus auszusetzen bis die technischen Probleme gelöst seien. Zwei Vorfälle innerhalb so kurzer Zeit könnten nicht als Normalzustand gelten, zitierte das „Svenska Dagbladet“ die Politikerin. Ullberg sitzt für die oppositionellen Sozialdemokraten im Stockholmer Provinziallandtag, der als Teil der kommunalen Selbstverwaltung unter anderem für die Gesundheitsversorgung in der Region verantwortlich ist. 

Autor

 Corinne Ludwig

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