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Studie

Zi: Notaufnahmen zu wenig ausgelastet

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Über die Ergebnisse einer Untersuchung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) ist ein Streit zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) entbrannt. Laut der Studie sind Notaufnahmen in Deutschland mit ambulanten Behandlungsfällen im internationalen Vergleich zu wenig ausgelastet. In der Fachliteratur gäbe es zudem Hinweise, „dass Notaufnahmen mit geringer Aktivität mit systematischen Qualitätsdefiziten, insbesondere mit erhöhten Mortalitätsrisiken für Patienten, verbunden sind“, heißt es in dem Zi-Papier. Bei der Notfallversorgung soll nach Ansicht der Studienautoren deshalb künftig stärker auf die Konzentration von Einrichtungen gesetzt werden.

Während Notaufnahmen in Deutschland derzeit 1,7 Patienten pro Stunde behandelten, läge die Auslastung in anderen Ländern wesentlich höher, heißt es in der Studie. So seien in den englischen Notaufnahmen in den Jahren 2016 und 2017 im Schnitt rund elf Patienten pro Stunde behandelt worden. In Dänemark waren es im Jahr 2015 rund zehn Patienten pro Stunde. Somit komme in England im Schnitt eine Notaufnahme auf rund 216.000 Einwohner, in Dänemark waren es 273.000 Einwohner. In Deutschland liegt der Wert mit 46.000 Einwohnern niedriger.

Der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen warb vor dem Hintergrund der Studienergebnisse für eine engere Kooperation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes der niedergelassenen Ärzte mit den Notaufnahmen der Krankenhäuser. „Nur durch eine enge Zusammenarbeit wird es uns gelingen, die Versorgung der Patienten wohnortnah auch in Zukunft zu sichern“, so Gassen. Die DKG forderte er auf, „ihren Standpunkt des Haltens von allen Notaufnahmen um jeden Preis aufzugeben. Diese kritisierte die Untersuchung scharf. „Die Meldung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), wonach Patienten in Notfallambulanzen von Krankenhäusern aufgrund geringer Behandlungszahlen gefährdet seien, ist für eine ärztliche Organisation hochgradig befremdend“, erklärte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Mit ihrer These, dass Patienten in Krankenhäusern wegen zu geringer Behandlungszahlen gefährdet sein könnten, „schießt die KBV in Hinblick auf die Bewertung der Leistungsfähigkeit der Notfallpraxen der niedergelassenen Ärzte ein Eigentor“, so Baum. Niemand auf Krankenhausseite wolle es ausschließen, dass niedergelassene Ärzte in der ambulanten Notfallversorgung mitwirken. „Nur gemeinsam kann auch in Zukunft der medizinische Versorgungsbedarf rund um die Uhr abgesichert werden, sagte Baum.

Autor

 Hendrik Bensch

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