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Ambulante Notfallversorgung

Kliniken verlangen Sicherstellungsauftrag

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Eine neue Aufstellung der ambulanten Notfallversorgung mit einer stärkeren Rolle für Kliniken verlangt der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Josef Düllings. Es gebe Regionen, in denen die Krankenhäuser die ambulante Notfallversorgung schultern müssten, weil die dafür eigentlich zuständigen niedergelassenen Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) keine adäquaten Strukturen vorhielten, sagte Düllings am Donnerstagvormittag in Berlin bei der Präsentation der VKD-Mitgliederbefragung. Den VKD-Daten zufolge gaben 17 bis 48 Prozent der 328 an der Umfrage teilnehmenden Klinikdirektoren (Rücklaufquote: 18 Prozent) an, dass es in ihrem Einzugsgebiet keine zentrale KV-Notfallambulanz gebe.

Dies betreffe beispielsweise fünf Häuser mit weniger als 250 Betten, die sich an der Umfrage beteiligt hätten. Dort übernehme also das Krankenhaus die Aufgaben der KV, ohne dafür eine entsprechende Vergütung zu erhalten. Dies zeige, dass es in Deutschland „weiße Flecken“ in der ambulanten Notfallversorgung gebe. „Wir fordern den Sicherstellungsauftrag für die Notfallversorgung“, sagte Düllings und verwies darauf, dass 70 Prozent der KV-Ärzte ohnehin nicht an der ambulanten Notfallversorgung teilnähmen. Der Sicherstellungsauftrag solle per Gesetz oder per Zuweisung durch die Länder an die Krankenhäuser gehen und könne Teil des Versorgungsauftrags werden, forderte Düllings. „Das ist gesetzgeberisch relativ einfach umzusetzen.“ Er verwies auf die Situation in Westfalen-Lippe. Düllings ist dort in Paderborn Hauptgeschäftsführer des St. Vincenz Krankenhauses. In der Region gebe es keine ambulante gynäkologische Notfallversorgung außerhalb der Krankenhäuser, kritisierte er.

Deutschlands Kliniken klagen seit Langem, dass ihre ambulanten Notaufnahmen unzureichend finanziert würden, was mit ein Grund für ihre vielfach prekäre finanzielle Situation sei. Laut der VKD-Befragung fuhren 63 von 309 Häusern (20 Prozent) 2016 einen Verlust ein. Insbesondere unter Allgemeinkrankenhäusern (23 Prozent) und Universitätskliniken (33 Prozent) sei der Anteil relativ hoch, wenngleich sich die Anteile im Vergleich zu 2014 deutlich reduziert hätten. Für das laufende Jahr erwarten die Häuser aber wieder eine Verschlechterung. 112 von 288 Kliniken rechnen laut einer Nacherhebung im Oktober für 2017 mit einem Verlust (Anteil: 39 Prozent). Bereits in der ersten Erhebung im August hatten von den 62 Häusern mit weniger als 250 Betten 32,2 Prozent angegeben, 2017 mit einem Verlust zu kalkulieren.

Diese Häuser würden aber oftmals gerade auch für die ambulante Versorgung benötigt. Dülliings sagte: „Das muss ein Thema sein, die Umwandlung kleiner Häuser in ambulante Versorgungszentren.“ Dafür müsse die Politik den Strukturfonds erhöhen. Ambulantisierung der Medizin bedeute nicht generell die Verlagerung aus dem stationären in den niedergelassenen Sektor, sondern vielfach, dass Krankenhäuser ambulante Leistungen erbringen. 

Autor

Dr. Stephan Balling

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