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Psychotherapie

Fachgesellschaften lehnen Vorschlag zur Ausbildungsreform ab

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Mehrere Fachgesellschaften haben den kürzlich vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) vorgelegten Gesetzesentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung scharf kritisiert. Die Reform sei zwar notwendig, um die „oftmals prekäre Situation“ von Psychologischen Psychotherapeuten in Ausbildung zu verbessern. Es scheine aber, als ob das BMG „die Grundlage für ein von der ärztlichen Versorgung vollständig getrenntes psychotherapeutisches Versorgungssystem schaffen möchte“, kritisierte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), Arno Deister. In diesem System wären Ärzte für die Versorgung von somatischen und Psychologische Psychotherapeuten für die Versorgung von psychischen Erkrankungen zuständig. Das würde „eine grobe Vernachlässigung somatischer Aspekte psychischer Erkrankungen“ bedeuten und sorge nicht für eine sektorenübergreifende Versorgung, so Deister.

Die DGPPN sowie die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) und die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM) mahnten in einer Stellungnahme zudem Änderungen bei der Weiterbildung an. „Sowohl der Status als auch die Finanzierung der Weiterbildung von Fachärzten und Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten muss gleichartig gestaltet werden“, fordern die Fachgesellschaften. So sollten die von den psychologischen Verbänden geforderten krankenkassenfinanzierten Weiterbildungsambulanzen auch für Ärzte in Weiterbildung gelten.

Mit der Stellungnahme zielen die Fachgesellschaften auf die derzeit laufende Reform der Ausbildung von Psychologischen Psychotherapeuten ab. Der Entwurf des BMG sieht ein Hochschulstudium der Psychotherapie vor, das mit Approbation und Staatsexamen abschließt. Das Studium soll bereits dazu ermächtigen, unter anderem gutachterliche Fragen der Arbeits- und Berufsunfähigkeit zu bearbeiten. Ein Modellstudiengang soll angehende Psychotherapeuten dazu befähigen, Psychopharmaka zu verschreiben. Gleichzeitig soll die im Psychotherapeutengesetz verankerte Pflicht der somatischen Abklärung von psychischen Symptomen durch Ärzte gänzlich gestrichen werden.

Autor

 Hendrik Bensch

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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