250
Passwort vergessen

GKV

Ärzte und Kassen gegen SPD-Beschluss zu Honoraren

  • News des Tages

Der Beschluss des SPD-Parteitags zur Anpassung der Ärztehonorar für die Behandlung von gesetzlich und privat Versicherten ist bei Ärzte- und Kassenvertretern auf Ablehnung gestoßen. „Wenn einheitliche Honorierung bedeutet, dass die gesetzlichen Krankenkassen mehr bezahlen und die privaten Krankenversicherungen weniger, dann lehnen wir das ab“, so Johann-Magnus von Stackelberg, Vize-Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. Es gäbe keinen Grund, warum die gesetzlichen Krankenkassen über die jährlichen Honorarsteigerungen hinaus mehr Geld an die niedergelassenen Ärzte zahlen sollten, so von Stackelberg.

Im Leitantrag für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen hatte der SPD-Parteitag am Sonntag als Bedingung für einen Koalitionsvertrag unter anderem eine „gerechtere Honorarordnung“ gefordert. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sprach sich gegen eine solche Angeleichung der Honorare aus. Das Finanzpolster der Kassen sei mit über 25 Milliarden Euro „so üppig“, dass eine bessere Versorgung für gesetzlich Versicherte auch ohne Beitragserhöhungen möglich sei. Beispielsweise könnten Grundleistungen aus der Budgetierung geholt werden, schlägt Gassen vor.  Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Klaus Reinhardt, lehnte den Beschluss des SPD-Beschluss ebenfalls ab. Eine einheitliche Gebührenordnung sei nicht nur unter rechtlichen und ordnungspolitischen Gesichtspunkten inakzeptabel, sondern täusche darüber hinweg, „dass das bestehende Honorarsystem der GKV das eigentliche Problem darstelle“, teilte der Hartmannbund mit. Um beispielsweise Terminengpässe für gesetzlich Versicherte zu verhindern, solle das System auf halbjährige Abrechnungen bei Anerkennung des bestehenden Honoraranspruches umgestellt werden, forderte der Hartmannbund-Vorsitzende.

Eine Angleichung der Ärztehonorare würde voraussichtlich fünf Milliarden Euro kosten, schätzt Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU). „Die bringt uns auch nicht weiter“, so Kauder in einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Stattdessen solle man sich um eine bessere Ärzteversorgung im ländlichen Raum kümmern. Höhere Honorare für die Behandlung von Kassenpatienten könnten dabei ein „sinnvolles Instrument“ sein.

Autor

 Hendrik Bensch

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Meinung: Orientierungswert

Orientierungswert von Heinz Lohmann

Der Wandel erfasst alle! Mich etwa auch?

  • Orientierungswerte

Orientierungswert von Susanne Müller

MVZ-Debatte: Ein Anschlag auf die Verhältnismäßigkeit

  • News des Tages

Orientierungswert von Boris Augurzky

Organspende: Club der Willigen

  • News des Tages

Empfehlung der Redaktion

Weitblick und Menschennähe: f&w gedenkt Michael Philippi mit Nachrufen des langjährigen Chefredakteurs Stefan Deges sowie des BDPK und öffnet das Archiv für Philippis Artikel aus der ersten f&w-Ausgabe aus dem Jahr 1984

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich