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Neues Gesetz

Hamburg: Kliniken sollen künftig Transplantationsbeauftragte freistellen

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Die Landesregierung in Hamburg will Kliniken neue Vorgaben für Transplantationen machen. Die 22 Hamburger Krankenhäuser, die Organe entnehmen, sollen künftig mindestens einen Transplantationsbeauftragten benennen. In größeren Häusern müssen mindestens zwei Beauftragte eingesetzt werden. Das sieht der Entwurf für ein neues Landesgesetz vor, den Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) gestern vorstellte. Laut dem Gesetzesentwurf sollen die Krankenhäuser die Transplantationsbeauftragten künftig von weiteren Aufgaben freistellen.

Für die Freistellung soll es einen festen Schlüssel geben: Demnach ist eine Stelle pro 100 Intensivbetten vorgesehen. Eine vergleichbare Bestimmung gibt es bislang nur in Bayern. Als Qualifikation müssen die Transplantationsbeauftragten eine Facharztqualifikation und eine mindestens dreijährige Berufserfahrung in der Intensivmedizin oder die Zusatzweiterbildung Intensivmedizin vorweisen können. Unter bestimmten Voraussetzungen sollen auch Pflegekräfte die Tätigkeit übernehmen können.

Der Gesetzentwurf sieht zudem eine Berichtspflicht für die Krankenhäuser vor. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz solle dadurch künftig beurteilen können, ob in den Entnahmekrankenhäusern die Möglichkeiten für Organspenden „umfassend erkannt und genutzt werden“, teilte Prüfer-Storcks mit. Die Gesundheitsbehörde soll die Angaben der Kliniken später veröffentlichen, um mehr Transparenz zu schaffen. Der Entwurf des Gesetzes wird nun in die Bürgerschaft eingebracht.

Hintergrund für das Vorhaben ist die Entwicklung der Organspenden in Deutschland. Im vergangenen Jahr gab es hierzulande so wenig Organspender wie noch nie. Die Zahl sank um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch in Hamburg entwickeln sich die Zahlen nach unten: Während im Jahr 2016 die Zahl der postmortalen Organspender noch von zuvor 27 auf 40 stieg, standen im vergangenen Jahr lediglich die Organe von 24 Verstorbenen zur Transplantation zur Verfügung.

Autor

 Hendrik Bensch

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