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Ambulante Notfallversorgung

Kliniken und Kassenärzte sehen Krankenkassen in der Pflicht

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In der Debatte um eine Neuorganisation der ambulanten Notfallversorgung bewegen sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) aufeinander zu. Beide sprechen sich gegen ein gemeinsames Budget für diesen Versorgungsbereich aus, fordern aber eine zusätzliche Finanzierung. „Die Zeit ist gekommen, dass wir gemeinsam die Krankenkassen ansprechen müssen“, sagte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum am Mittwoch beim Fachforum „Notfallversorgung - Wege zur Neustrukturierung“ des Marburger Bundes (MB) in Berlin. 

Der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen mahnte: „Wenn wir es nicht regeln, wird die Politik es so regeln, dass es uns beiden nicht passt.“ Zugleich sprach sich Gassen aber gegen eine dritte Säule der Versorgung aus, neben stationär und ambulant. Da die Politik sich gegen ein System der Patientensteuerung entschieden habe, sei es nun an den Leistungserbringern, „ein Preisschild dranzuhängen“. Er warnte vor dem Wunsch nach einem ungesteuerten „Medizinkonsum“, den die Ärzte nicht erfüllen könnten. Baum brachte daraufhin eine Gebühr ins Spiel. Auf Nachfrage von BibliomedManager sagte Gassen bei der anschließenden Pressekonferenz, dass nach dem Ende der Praxisgebühr im Jahr 2013 die Zahl der Fälle für den ärztlichen Bereitschaftsdienst um 2,5 Millionen (10 Prozent) gestiegen sei. 

„Krankenhäuser und Kassenärztliche Vereinigungen sollten sich nicht als Konkurrenten begreifen, sondern als Mitgestalter der zukünftigen Versorgung aus einer Hand", sagte MB-Vorstandsmitglied Susanne Johna. Es sei ermutigend, dass die neue Bundesregierung integrative Leitstellen und gemeinsame Notfallzentren zu gesundheitspolitischenn Prioritäten erklärt habe. „Die Politik ist aufgefordert, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Rufnummer des vertragsärztlichen Notdienstes 116117 mit der Notfallnummer 112 zusammengeschaltet und auch tagsüber erreicht werden kann. Es muss ein IT-gestütztes Ersteinschätzungssystem entwickelt werden, dass nicht nur am Telefon, sondern im gesamten Bereich der Notfallversorgung eingesetzt werden kann“, forderte Johan. 

Zugleich wandte sich die MB-Vertreterin gegen Forderungen der Krankenkassen, die Zahl der Krankenhäuser drastisch zu reduzieren. „Die Grippewelle hat gezeigt, wie schnell selbst größere Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen kommen“, sagte Johna.

Autor

Dr. Stephan Balling

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