250
Passwort vergessen

2. Nationales Reha-Forum

Digitales Manifesto für die Reha

  • News des Tages

„Wie und wann kommt die Digitalisierung im Gesundheitswesen (endlich auch) in der Reha an?“, eröffnete Moderator Thomas Bublitz (Bundesverband Deutscher Privatkliniken, BDPK) die Debatte auf dem 2. Nationalen Reha-Forum in Berlin. Wie komme die Branche auf einen gemeinsamen Standard, um in die bislang vor allem noch den Anforderungen der akutstationären Versorgung ausgerichteten digitalen Angebote integriert werden zu können?

Notwendig sei dabei die Schaffung eines übergreifenden Gesamtprozesses, betonte Ellio Schneider, Geschäftsführer der Warburg-Zeil-Kliniken. Dabei gehe es auch um die Anpassung klinischer Prozesse und Abläufe und deren Integration in ein übergreifendes Versorgungskonzept: Das stellt hohe Anforderungen an bestehende Organisationsstrukturen, die es für die digitale Transformation zu öffnen gilt. Dabei dürfe vor allem die Reha das eigene Personal nicht überfordern und zurücklassen. „Wir müssen konsequent schulen und die Mitarbeiter mitnehmen,“ forderte Schneider. „Bislang reden wir beim Thema Digitalisierung fast ausschließlich über die Akutversorgung,“ monierte er. In der Konsequenz fehlten in der Rehabilitation gemeinsame Standards und Andockmöglichkeiten an bestehende digitale Angebote. „Eine Digitalisierung überkommener Strukturen führt zu nichts,“ argumentierte Schneider. Arbeitsabläufe in der Reha seien vielfach noch zu wenig prozessgetrieben. 

In der Folge steht die Reha beim Thema Digitalisierung vor einer ganzen Reihe von Problemen: vielfach veraltete Technik, Medienbrüche, eine langsame und oft umständliche Dokumentation. Dass das Einsparpotenzial durch die Einführung digitaler Prozesse überschaubar sei, erschwere zudem die Refinanzierung. Trotz derart schwieriger Rahmenbedingungen zog Mediclin-Vorstand Ulf Ludwig ein vorsichtig positives Fazit mit Blick auf die Bemühungen seines Hauses um die Einführung eines speziellen Klinik-Informationssystems (KIS) die Reha.

Dieses ermögliche nunmehr den Zugriff auf einen gemeinsamen Datenpool und erleichtere somit das  Berichtswesen und die Dokumentation. KIS-Hersteller hatten die Reha bislang zu wenig im Fokus, KIS-Systeme waren zu wenig zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Rehabilitation und passten deshalb nie genau, sagte Ludwig. Vorteile bringe der auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene IT-Support unter anderem bei der Leistungsanforderung, der Therapieplanung, der Kostenkontrolle und der Ressourcen-Optimierung. Immerhin stehe die Reha-Versorgung allgemein zunehmend vor der Herausforderung durch ansteigende Schweregrade. Damit stiegen auch die Anforderungen an die digitale Krankenakte. Auch im Bereich der Rechtsicherheit und der Dokumentation ergäben sich wichtige Verbesserungen: Für uns war ein verbesserter Nachweis der Ergebnisqualität fast die wichtigste Motivation für das beträchtliche Investment in ein Reha-KIS. Es unterstützt uns bei der Einhaltung von Strukturvorgaben und deren Dokumentation“, sagte Ludwig.

Den Blick in die Zukunft warf schließlich Markus Müschenich, Chef des Flying Health Incubators: „Die Digitalisierung verlangt nach skalierbaren Modellen und der Möglichkeit, Wertschöpfungsketten zu bilden“, betonte er. Die Die Reha allerdings sei in der medizinischen Wertschöpfungskette ganz hinten. Einen wirklichen Vorteil allerdings habe die Reha gegenüber der Akut-Konkurrenz: Der digitale Kuchen ist noch nicht verteilt. Es gibt noch Raum für gute Geschäftsmodelle.

Autor

 Sabine Rößing

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Meinung: Orientierungswert

Orientierungswert von Boris Augurzky

Organspende: Club der Willigen

  • News des Tages

Orientierungswert von Andreas Beivers

Brutto gleich Netto

  • Orientierungswerte

Orientierungswert von Bernadette Rümmelin

Gewagtes Experimentierfeld Notfallversorgung

  • News des Tages

Empfehlung der Redaktion

Weitblick und Menschennähe: f&w gedenkt Michael Philippi mit Nachrufen des langjährigen Chefredakteurs Stefan Deges sowie des BDPK und öffnet das Archiv für Philippis Artikel aus der ersten f&w-Ausgabe aus dem Jahr 1984

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich