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AOK-Krankenhausreport

Laumann kündigt Gesetz für neue Klinik-Planung an

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In Nordrhein-Westfalen (NRW) soll die Krankenhausplanung künftig nicht mehr auf Basis von Bettenzahlen erfolgen, sondern anhand von Strukturqualität und Fallzahlen. Der Landtag werde dazu in wenigen Tagen ein Gesetz verabschieden, kündigte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montagmittag in Berlin bei der Pressekonferenz zur Präsentation des AOK-Krankenhausreports an. Mit dem sogenannten „Entfesselungspaket I“ sollen darüber hinaus die Planungskonzepte deutlich beschleunigt werden. Wenn sich die Akteure vor Ort nicht innerhalb von sechs Monaten auf einen Krankenhausplan einigen, soll künftig das Landesministerium die Entscheidung fällen.

Laumann begrüßte die Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) für die Strukturqualität der Krankenhäuser. Es gebe wenige Kliniken in NRW – vielleicht zehn – bei denen das Land abweichen müsse von den Vorgaben des G-BA, um eine wohnortnahe Versorgung zu sichern. Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, begrüßte den Ansatz. Allerdings ging Laumann auch auf Distanz zur AOK. Zum Vergleich der niederländischen Krankenhausstruktur – deutlich weniger Kliniken – mit der in NRW sagte er: „Wir haben entlang der Grenze Versorgungsverträge mit niederländischen Krankenkassen, das hat auch Gründe.“

Die AOK plädierte für ein gemeinsames Zielbild von Bund und Ländern für das Jahr 2025. „Das Zielbild 2025 sollte festhalten, wo wir mit der stationären Versorgung am Ende der nächsten Legislaturperiode stehen möchten“, so Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. „Dabei geht es nicht vorrangig um die Frage, wie viele Kliniken es am Ende deutschlandweit gibt. Ein deutlicher Schritt wäre es bereits, wenn zukünftig Kliniken mit mehr als 500 Betten nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel in der Krankenhauslandschaft bilden.“ Heute hätten 80 Prozent der Krankenhäuser weniger als 500 Betten.

Reinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen, sagte bei der Pressekonferenz: „Deutschland besitzt zu viele Krankenhäuser und insbesondere zu viele Krankenhausbetten.“ Im EU-Vergleich weise die Bundesrepublik auch deutlich höhere Fallzahlen auf. Busse betonte, dass Deutschland mehr Pflegekräfte pro 1.000 Einwohner habe als der EU-Schnitt, aber weniger pro Fall und Bettentag. „Die pauschale Forderung nach mehr Pflegepersonal verkennt den engen Zusammenhang mit (a) der mangelnden Attraktivität von Krankenhäusern mit wenig Fällen pro Indikation und den damit einhergehenden mangelnden Qualifizierungsmöglichkeiten sowie (b) den zu vielen Fällen“, erklärte Busse. Deutschland nutze die Potenziale der Ambulantisierung zu wenig aus, kritisierte der Wissenschaftler.

Autor

Dr. Stephan Balling

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