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AOK-Krankenhausreport

Kliniken kritisieren „gezielte Diskreditierung“

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Vertreter von Krankenhausgesellschaften haben die Inhalte des gestern veröffentlichten AOK-Krankenhausreports scharf kritisiert. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, erklärte, bei dem Report gehe es wohl eher um eine „gezielte Diskreditierung der Krankenhausmedizin und um unverantwortliche Verunsicherung der Patienten, als um saubere wissenschaftliche Recherchearbeit.“ Es würden Äpfel und Birnen verglichen, wenn aus der Analyse von Routine-Abrechnungsdaten Aussagen zur Leistungsbefähigung von Krankenhäusern oder zur Qualität von Leistungen abgeleitet werden, ohne dass die Hintergründe der jeweiligen Behandlungen durchleuchtet werden.

In dem AOK-Report wird unter anderem herausgestellt, dass Kliniken mit wenigen geplanten Hüftoperationsleistungen schlechtere Ergebnisse hätten als Kliniken mit vielen Elektivleistungen. Diese Behauptung sei jedoch „völlig untauglich“, wenn bei den Kliniken mit wenigen Leistungen die unter Notfallbedingungen zu erbringenden Leistungen nicht herausgerechnet würden, so Baum. Bei den Kliniken der Grund- und Regelversorgung machten die Notoperationen aufgrund gebrochener Hüften etwa 50 Prozent der Fallzahlen aus. Bei diesen Leistungen läge laut dem Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) der Altersdurchschnitt der Patienten bei 81 Jahren. Diese Patienten hätten zudem häufig schwerwiegende Begleiterkrankungen. Bei elektiven Operationen liege das Alter hingegen bei 72 Jahren. Zudem hätten viele Krankenhäuser mit hohen Fallzahlen bei elektiven Operationen einen sehr geringen Anteil von Notfällen, so Baum.

Auch die Einschätzungen zu Herzinfarktpatienten und zur Behandlung von Krebspatienten bezeichnete der DKG-Hauptgeschäftsführer als unseriös und unsauber. „Wir brauchen keinen pseudowissenschaftlichen Alarmismus, um die längst von den Krankenhäusern selbst in Gang gebrachte Weiterentwicklung der Krankenhausversorgungsstrukturen in Richtung Spezialisierung und Zentren fortzuführen“, so Baum.

Der Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (NRW), Jochen Brink, kritisierte die Aussagen von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bei der gestrigen AOK-Pressekonferenz. „Wir sind besorgt darüber, dass unser NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann heute zusammen mit der AOK zur Zentralisierung der Krankenhauslandschaft aufruft“, so Brink. Es stelle sich die Frage, ob das für NRW angekündigte Gutachten zur Krankenhausplanung die gleiche Stoßrichtung haben solle. Es sei richtig, dass die neue Landesregierung im Vorfeld der Bundestagswahl für alle Kliniken im Land 250 Millionen Euro an Investitionsmitteln zur Verfügung gestellt hat. Die noch unklaren Kriterien der neuen Einzelförderung würden aber im Jahr 2018 voraussichtlich kein zusätzliches Geld fließen lassen.

Autor

 Hendrik Bensch

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