250
Passwort vergessen

Baden-Württemberg

Unikliniken warnen vor geplanten Warnstreiks

  • News des Tages

Die Unikliniken in Baden-Württemberg haben die für morgen und übermorgen angekündigten Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi scharf kritisiert. Die Gewerkschaft hat die Beschäftigten in Heidelberg, Tübingen und Freiburg zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Der Leitende Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Freiburg Jörg Rüdiger Siewert warnte gestern vor dem Vorhaben: „Sollte es in dieser Woche zu Streiks kommen, ist die Patientenversorgung in der Region nicht mehr sichergestellt.“

Wegen der vielen Influenzafälle befinde sich das Klinikum bereits jetzt in einer „Ausnahmesituation“, erklärte Siewert. Es gebe keine freien Betten mehr beim einzigen Maximalversorger zwischen Basel und Karlsruhe. Zudem seien viele Mitarbeiter selbst erkrankt, so dass es schon im Regelbetrieb zu Bettenschließungen komme. „Wir sehen die Nöte unserer Beschäftigen sehr wohl und haben die letzten beiden Warnstreiks auch konstruktiv begleitet“, so Siewert. „In der momentan angespannten Situation zu einem Streik aufzurufen ist aber unverantwortlich und geschieht einzig zu Lasten der Patienten.“

Auch Edgar Reisch, Pflegedirektor des Universitätsklinikums Heidelberg, hält die Warnstreikaktion für unverhältnismäßig: „Die Terminierung und Intensität dieses Streiks machen mich sprachlos. Vor allem auch vor dem Hintergrund der gut laufenden Verhandlungen.“ Verdi liege ein weitreichendes und bislang bundesweit einzigartiges Angebot vor, das durch die Einführung von Personalbedarfsermittlungssystemen und Regelbesetzungen Maßstäbe setzen werde. „Die Entscheidung, dies durch einen Streik zu begleiten, kann ich nicht nachvollziehen“, so Reisch.

Der Verdi-Landesbezirksleiter Martin Gross entgegnete gestern auf die Kritik, die Arbeitgeber müssten ein „substantiell verbessertes Angebot“ vorlegen – vor allem in Bezug auf die Folgen bei der Unterschreitung von Mindestpersonalbesetzungen. Bei der Verhandlungsrunde Ende Februar habe es zwar Bewegung auf beiden Seiten gegeben. Die Arbeitgeber hätten die Festschreibung von Schichtbesetzungen für 10 bis 20 Pflegebereiche pro Standort angeboten. Diese oder ähnliche Verfahren würden allerdings bereits an allen Standorten angewandt. „Die Festschreibung wäre eine Tarifierung des Status Quo und bringt nicht das dringend benötigte zusätzliche Personal“, teilte Verdi mit.

Autor

 Hendrik Bensch

Zur Übersicht

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Meinung: Orientierungswert

Orientierungswert von Andreas Beivers

Brutto gleich Netto

  • Orientierungswerte

Orientierungswert von Bernadette Rümmelin

Gewagtes Experimentierfeld Notfallversorgung

  • News des Tages

Orientierungswert von Susanne Müller

Mut im Schatten der Koalitionskrisen

  • Orientierungswerte

Empfehlung der Redaktion

Weitblick und Menschennähe: f&w gedenkt Michael Philippi mit Nachrufen des langjährigen Chefredakteurs Stefan Deges sowie des BDPK und öffnet das Archiv für Philippis Artikel aus der ersten f&w-Ausgabe aus dem Jahr 1984

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich